Bild: dpa/Britta Pedersen
Keine brillante Idee.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will Kinder aus Zuwandererfamilien erst nach erfolgreichem Abschluss von Sprach- und Wertekursen in den normalen Unterricht lassen. Das sagte er der "Bild am Sonntag":

Nur diejenigen Schüler kommen in den Regelunterricht, die unsere Sprache sprechen und unsere Werte verstehen.
Markus Söder

Der Plan:

"Wir führen sogenannte Deutschklassen ein. Das sind Ganztagesklassen mit kleinerer Klassenstärke. Dort wird Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien intensiv Deutsch vermittelt, aber gleichzeitig auch Wertekunde. Denn das kann man nicht nur in vierwöchigen 'Crashkursen' lernen. Nur diejenigen Schüler kommen dann in den Regelunterricht, die unsere Sprache sprechen und unsere Werte verstehen."

Wieso hält Söder das für notwendig?

Bayern sei "christlich-abendländisch" geprägt und jeder, der nach Bayern komme, müsse sich den Werten, Sitten und Bräuchen anpassen müsse, nicht umgekehrt.

Diese Prägung sehe er in Gefahr, sagte Söder. Gerade in Großstädten würden Zuwanderer Sprachprobleme in die Schulen bringen, viele Eltern würden sich um die Bildungschancen ihrer Kinder sorgen. 

Erst nachdem die Zuwanderer-Kinder die sogenannte "Deutschklasse" abgeschlossen haben, sollen sie am regulären Deutschunterricht mit den anderen Kindern teilnehmen dürfen. Wer genau unter die Bezeichnung "Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien" fällt, sagte Söder nicht. (Bild)

Bemerkenswert ist: Selbst laut Söder geht es nicht in erster Linie um das Wohl der Kinder, sondern vor allem um deutsche Eltern, die sich (angeblich) Sorgen machen, dass ihre Kinder mit Kindern von Einwanderern in einer Klasse unterrichtet werden.

Die Frage ist natürlich: Wie sinnvoll sind solche Klassen?

Einen Anhaltspunkt bietet uns ein Text von Deniz Yücel. Schon vor Jahrzehnten gab es in Deutschland die sogenannten "Ausländerklassen" und das spezielle Schulfach "Deutsch für Ausländer". Diesen Unterricht musste auch Yücel als in Deutschland geborener Sohn von türkischen Einwanderern über sich ergehen lassen.

Nach einer Weile merkten Politiker und Lehrer, dass es Deutsche mit türkischen Wurzeln gibt, die sehr gut Deutsch sprechen. Also musste Yücel ein anderes Fach belegen: "Mathe für Auländer". Das konnte, so schreibt es Yücel, nicht mal die Lehrerin ernst nehmen.

Wie es sich anfühlen kann, in eine solche Klasse gesteckt zu werden, beschreibt Yücel hier:

  • "Ich habe keine Ahnung, was man sich im Ministerium dabei gedacht hat. Ich weiß aber, welche Wirkung spätestens diese Veranstaltung hatte: Stigmatisierung und Disziplinierung."
  • "[...] zur Einschulung, war mein Deutsch bereits besser als mein Türkisch. In „Deutsch für Ausländer“ war ich so gut platziert, wie es Bruno Pezzey und Bum-kun Cha in meinem Verein DJK Schwarz-Weiss Flörsheim gewesen wären."
  • "Doch auch für mich blieb 'Deutsch für Ausländer' nicht ohne Erkenntnisgewinn. Ich lernte, dass es etwas gab, das mich von meinen Klassenkameraden unterschied. Sie waren Deutsche."

Wie viele Menschen betrifft Söders Plan?

Nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums lernen derzeit rund 65.000 ausländische Schülerinnen und Schüler an bayerischen Grund- und Mittelschulen. Bundesweit hatte im letzten Schuljahr etwa jeder zehnte Grundschüler keine deutsche Staatsbürgerschaft, wie das statistische Bundesamt angibt.

Yücel ist übrigens nicht der einzige, der solche Pläne für keine sonderlich brillante Idee hält.


Haha

Dieser Mann zieht mit zwei Frauen zusammen und lernt fürs Leben
HAARSPANGEN! Überall.

Menschen können sich verstellen.Aber meist nicht den ganzen Tag lang, deshalb lernt man sie am besten kennen, wenn man mit ihnen zusammenwohnt. Irgendwann kennt man alle Angewohnheiten – die guten und die schlechten. Das hat auch Craig gemerkt. Der Brite ist vergangenes Jahr mit seiner Freundin und ihrer besten Freundin zusammengezogen und hat dabei ganz viel über Frauen gelernt. Sein Wissen teilt er jetzt in einem Twitter-Thread.