Bild: Getty Images/Chip Somodevilla
6 Fakten zur Schüler-Bewegung.

In Washington und in 836 weiteren Städten auf der Welt haben am Samstag vor allem junge Menschen für härtere Waffengesetze protestiert. Ihr Slogan: "March for our Lives".

Allein in der US-Hauptstadt versammelten sich 800.000 Menschen vor dem Kapitol. Hier sind die sechs wichtigsten Dinge, die du zur Mega-Demo wissen musst.

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Der Anlass

In Parkland, Florida, erschoss ein 19-Jähriger in der Marjory Stoneman Douglas High School am 14. Februar 14 Schüler und drei Erwachsene. Der Schütze wurde festgenommen. Er hatte die Waffen legal gekauft, obwohl bekannt war, dass er seit langer Zeit psychische Probleme hatte und verhaltensauffällig war.

Die überlebenden Schüler protestieren seitdem für härtere Waffengesetze. Ihr Motto: #NeverAgain.

Proteste in Parkland – die Bilder

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Das Problem

  • Es gibt zu viele Waffen in den USA. Nach jüngsten Berechnungen der "New York Times" stellen Amerikaner etwa 4,4 Prozent der Weltbevölkerung, ihnen gehören inzwischen aber 42 Prozent aller Schusswaffen auf der Erde.
  • Die hohe Zahl von Waffen im ganzen Land und ihre ständige Verfügbarkeit lässt die Zahl der Todesfälle nach Ansicht von Kritikern immer weiter ansteigen. Statistiken untermauern diese Vermutung.
Grafik: SPIEGEL ONLINE

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Die Bewegung

Inzwischen sind die Demos der Schüler zu einer landesweiten Jugendbewegung gewachsen. Auch weil die Schüler, und besonders ihre Anführer, mittlerweile fast jedem Amerikaner ein Begriff sind.

Sie sind die Gesichter des Protests, wurden in den vergangenen Wochen mit jedem Interview und jeder emotionalen Rede berühmter. Den Anfang machte Emma González, als sie nur wenige Tage nach dem Amoklauf die Waffenlobby und die US-Politiker anklagte:

An jeden Politiker, der Spenden von der NRA nimmt: Schämen Sie sich!
Emma González

Ihre große Stärke: Jeder nimmt ihnen ihren Schmerz, ihre Trauer und ihre Wut ab. Sie sind die Überlebenden eines Amoklaufs und sind in einer Welt aufgewachsen, in der School Shootings zur Normalität gehören. Sie haben hautnah miterlebt, wie es sich anfühlt, sich in einem Schrank in der eigenen Schule zu verstecken, weil ein Mann mit einer Waffe durchs Gebäude läuft. 

Die Schüler planten ihre Kampagne in den Häusern ihrer Eltern, bauen Memes und Protestslogans mit Snapchat, Instagram und frei verfügbaren Versionen von Photoshop. So richtig professionell ist das nicht, aber es funktioniert sehr gut. (Vanity Fair)

Zum Marsch in Washington allein wurden Hunderttausende Protestler erwartet, die meisten von ihnen Schüler und Studenten. Einer Umfrage zufolge sind junge Amerikaner besonders über die Gewalt durch Waffen besorgt. 53 Prozent der Bürger unter 18 geben an, dass sie eine ihrer größten Sorgen ist. Kurz vor der Demo hatte laut einer weiteren Umfrage rund jeder dritte junge Amerikaner vor, entweder teilzunehmen oder auf Social Media für härtere Waffengesetze zu protestieren. (The Guardian)

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Die Unterstützer

Zahlreiche Promis promoten den Protest. Unter anderem, weil die Schüler sie mit Videobotschaften darum gebeten haben. George und Amal Clooney, Oprah Winfrey und viele andere spendeten jeweils eine halbe Million Dollar. Weitere Unterstützer:

  • John Legend,
  • Chrissy Teigen,
  • Taylor Swift,
  • Ellen Degeneres,
  • Justin Timberlake,
  • Kim Kardashian-West.

Auch Unternehmen machen mit. Zwei Beispiele:

  • Lyft bietet Gratis-Fahrten an,
  • die Dating-App Bumble spendete Geld und löscht jetzt Bilder von Waffen in der App.

Das sind natürlich auch Marketingmaßnahmen. Allerdings helfen sie den Schülern dennoch, ihre Anliegen bekannter zu machen.

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Das Ziel

Die Forderung der Schüler: Der Kongress soll so schnell wie möglich ein neues Anti-Waffen-Gesetz verabschieden. Im Weißen Haus dringen die Schüler damit noch nicht durch. Präsident Trump verteidigt eisern das Recht der Amerikaner, Waffen zu tragen. Er machte bisher nur kleinere Zugeständnisse.

Am Freitag, nur wenige Stunden vor Beginn des Marschs, kündigte Justizminister Jeff Sessions an, Schnellfeuervorrichtungen für Gewehre zu verbieten. Mit solchen sogenannten bump stocks ist es möglich, eigentlich halbautomatische Waffen wie ein Maschinengewehr zu nutzen. Eine solche Vorrichtung hatte zum Beispiel der Attentäter von Las Vegas verwendet, der im Oktober von einem Hotel aus 58 Menschen tötete.

Wirklich große politische Veränderungen blieben bisher aber aus. Stattdessen gibt es fast lächerlich anmutende Reaktionen wie diese: So dürfen Schüler an der Marjory Stoneman Douglas High School keine gewöhnlichen Rucksäcke mehr tragen. Stattdessen müssen sie aus Sicherheitsgründen durchsichtige Rucksäcke tragen, die ihnen von der Schule zur Verfügung gestellt werden.

Mit solchen kleinen Maßnahmen geben die Schüler sich nicht zufrieden. Das machten sie schon vor der Demo in Washington deutlich. 

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Die Plakate

Unter #SignsForOurLives posteten die Schüler und Studenten ihre selbstgemalten Plakate. Sie zeugen von ihrer Wut. Aber auch von dem Optimismus, dass zum ersten Mal seit langer Zeit so viel Druck auf die Waffenlobby und die US-Politiker gemacht wird, dass ein Wandel möglich scheint.

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Tech

Apple will Emojis einführen, die Menschen mit Behinderungen repräsentieren
Diese 9 Symbole könnten beim nächsten Emoji-Update dazukommen.

Ein bisschen mehr Inklusion – zumindest auf unseren Smartphones: dazu will Apple mit einer Reihe von neuen Emojis beitragen. Das Unternehmen hat vergangene Woche dem Unicode-Konsortium, das für den Emoji-Katalog verantwortlich ist, Symbole vorgeschlagen, die Menschen mit Behinderungen repräsentieren. Das Unternehmen nennt sie "accessibility emojis", also sozusagen "barrierefreie Emojis". (Emojipedia)

Zur Begründung schreiben die Verantwortlichen in ihrem Antrag: 

"Es gibt derzeit schon eine große Auswahl von Emojis, aber Menschen mit Behinderungen fühlen sich von ihnen möglicherweise nicht repräsentiert."

Auch wenn die vorgeschlagenen Motive nicht alle möglichen Formen von Behinderungen abdeckten, sei es zumindest ein Anfang, schreibt das Unternehmen weiter. Für die Entwicklung der Emojis hat sich Apple Unterstützung beim Amerikanischen Blindenrat, einer Stiftung für Zerebralparese und der nationalen Vereinigung der Gehörlosen geholt.