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Wer Jürgen Mannkes Pamphlet liest, muss erstaunt sein, welche kruden Gedanken im Kopf dieses formal so hochgebildeten Mannes wabern. In einem Aufsatz über den Umgang mit Flüchtlingen lässt der Vorsitzende des Philologenverbandes in Sachsen-Anhalt - selbst Doktor der Philologie - kein bösartiges Vorurteil aus, um die Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, pauschal zu diffamieren.

Der Eingangssatz setzt den schrillen Ton des gesamten Textes: "Eine Immigranteninvasion überschwappt Deutschland". Mannke und seine Co-Autorin Iris Seltmann-Kuke stellen Flüchtlinge pauschal als ungebildete Betrüger dar, die bereit sind, minderjährige deutsche Mädchen zu vergewaltigen.

Als einzigen "Beleg" für ihre steilen Behauptungen raunen sie von "Gesprächen mit Bekannten", in denen von sexueller Belästigung erzählt werde. Dass solche Erzählungen regelmäßig als Lügen rechtsextremer Hetzer enttarnt werden (ndr.de), erwähnen sie mit keinem Wort.

Auf die Kritik, die nun aus Politik, Gesellschaft und seinem eigenen Verband kommt, reagierte Mannke zunächst trotzig. Der Lehrerfunktionär zog gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" gar die Parallele zu DDR, in der er sich den Mund auch nicht habe verbieten lassen.

Eines muss man dem Ex-Verbandsvorsitzenden in spe aber lassen: Er ist Lehrer durch und durch. Sein Aufsatz lässt sich mit minimalem Aufwand zu einer Deutschtümelei-Klausur umschreiben, die in nur wenigen Fragen den Rassenbesten herausfiltert. Mach den Selbsttest:

Hast du das Zeug zum Flüchtlingshetzer? (Achtung, Satire!)

Update: Inzwischen haben sich Mannke und Steltmann-Kuke für den Beitrag entschuldigt: "Die Wortwahl einiger Passagen sehe ich im Nachhinein als unglücklich und missverständlich gewählt", sagte Mannke am Montag.