Bild: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat/dpa
58 Männer und nur 24 Frauen

Die neue Regierung hat weit weniger weibliche als männliche Minister und Staatssekretäre. Innenminister Seehofer hat sogar nur Herren um sich geschart, doch das Ganze ist kein reines CSU-Problem.

Immerhin im Kanzleramt gehen sie mit gutem Beispiel voran:

CDU-Chefin Angela Merkel hatte schon im Wahlkampf verkündet, sie wolle die Kabinettsriege ihrer Partei zur Hälfte mit Frauen besetzen – was ihr auch gelang. In der Führungsetage des Kanzleramts ist die 50-Prozent-Quote sogar übererfüllt: Neben Merkel gibt es drei Staatsministerinnen – die Männer sind mit Kanzleramtschef Helge Braun und einem Staatsminister in der Minderheit. Dazu kommt ein beamteter Staatssekretär.

Aber das ist eine der wenigen Ausnahmen in der Männer-dominierten Bundesregierung von Union und SPD. 

Am besten sieht es noch im Kabinett selbst aus mit neun Ministern und sieben Ministerinnen (inklusive Kanzlerin). Aber schon bei den parlamentarischen Staatssekretären ist das Männer-Frauen-Verhältnis 22 zu 13. Bei den beamteten Staatssekretären wird es nach derzeitiger Planung richtig düster: 27 Männer, vier Frauen.

Insgesamt sitzen also mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen in der Führungsriege der Bundesregierung – ein Verhältnis von 58 zu 24.

Man muss nur ein paar Hundert Meter vom Kanzleramt ins Bundesinnenministerium gehen, um das Politik-Patriarchat in hundertprozentiger Ausprägung zu erleben: Alle neun Führungspositionen im Haus von Horst Seehofer sind mit Männern besetzt. Ein Foto, das CSU-Chef Seehofer mit seinen neuerdings fünf beamteten und drei parlamentarischen Staatssekretären zeigt, sorgt gerade für jede Menge Spott und Kritik.

Kein Wunder, dass die Opposition höhnt. 

"Allein unter Männern - Horst Seehofer scheint's zu gefallen", sagt Linke-Chef Bernd Riexinger. Und lästert weiter: "Wenn man dem Fortschritt schon abschwört, dann auch gründlich – da macht die GroKo keine halben Sachen."

Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagt: "So wird das nix mit der Gleichberechtigung: In der erste Reihe zwar Frauen, aber dahinter nur ein reiner Männerklub." Sie wisse, meint Baerbock: "Auch in Union und SPD gibt es kluge, kompetente Frauen."

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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