Bild: dpa/Saulius Ziura
Zwei Fragen zur Ampelfrau und Frauenrechten in Litauen

Am 2. November 1918, vor ziemlich genau 100 Jahren, schrieb Litauen das Frauenwahlrecht in seine vorläufige Verfassung. Frauen und Männer genießen seither ein gleichberechtigtes Stimmrecht in dem baltischen Staat.

In den Straßen von Vilnius, der Hauptstadt des Landes, erinnern jetzt hier und da auch Ampelfrauen – die statt der Ampelmänner leuchten – daran, wie weit die Rechte der Frauen in den vergangenen Jahren fortgeschritten sind. 

So sehen sie aus: 

(Bild: dpa/Saulius Ziura)

Wie fortschritlich ist Litauen wirklich in Sachen Gleichberechtigung?

Tatsächlich wurde das Wahlrecht für Frauen in Litauen früher eingeführt als etwa in Deutschland – allerdings nur um 10 Tage! In Deutschland gilt der 12. November 1918 als Geburtstunde des Frauenwahlrechts. (Landeszentrale für politische Bildung BW)

Und obwohl Frauen in Litauen seit 100 Jahren wählen dürfen und mit Dalia Grybauskaitė eine Frau an der Spitze des Staates steht, gibt es immer noch Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern: Nach Angaben der Stadtverwaltung Vilnius verdienen Frauen in Litauen 14 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, und nur 17 Prozent der Frauen sind in leitenden Positionen tätig.

Ein Schild weißt an der Ampel darauf hin, dass sich das Ampelsymbol in Vilnius geändert hat.

(Bild: dpa/Saulius Ziura)

Aber wieso muss eine Ampelfrau mit einem Rock dargestellt werden? Ist der Ampelmann nicht geschlechtsneutral?

So könnte man natürlich argumentieren. Man könnte aber auch davon ausgehen, dass es sich mit dem Ampelmann wie mit dem generischen Maskulinum verhält: Frauen sind zwar irgendwie auch gemeint, aber werden nicht unbedingt mitgedacht und mitgehört. 

Wenn Männer und Frauen zum Beispiel nach ihrem Lieblingsromanheld gefragt werden, dann nennen sie eher einen Mann, als wenn sie nach einem Romanheld oder Romanheldin gefragt werden. (Zur Studie, kostenpflichtig)

Die Ampelfrau in dem Rock tut genau das: Sie benennt Frauen explizit, macht sie sichtbarer, erinnert an das, was erreicht wurde und an das, was noch erreicht werden muss. 

Mit Material von dpa


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