Bild: Matthias Balk/dpa
2 Fragen zu den Seenotrettern

Was ist passiert?

Der Kapitän des Rettungsschiffes "Lifeline", Claus-Peter Reisch, ist zurück in Deutschland – und er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Europäische Union und die Regierungen ihrer Mitgliedsländer. Besonders harte Worte fand er für Bundesinnenminister Horst Seehofer.

"Es ist beschämend, dass die EU mehr dafür tut, Seenotrettung zu verhindern, als gegen das Sterben im Mittelmeer", erklärte der 57-Jährige in einem schriftlichen Statement vor seiner Landung am Flughafen München.

Mindestens 277 Menschen seien ertrunken, seit die Rettungsschiffe auf Malta festgesetzt sind. "Wir diskutieren jetzt also ernsthaft, ob es legitim ist, Menschenleben zu retten? Hätten wir die Leute einfach ertrinken lassen, würde ich jetzt wohl nicht vor Gericht stehen, das ist schäbig und eine Gefahr für die Demokratie."

Über Seehofer schrieb der "Lifeline"-Kapitän: "Er ist ein Täter, er gehört vor Gericht, er muss zurücktreten."

Was wird dem Kapitän vorgeworfen?

Reisch wird vorgeworfen, die "Lifeline" ohne ordnungsgemäße Registrierung in maltesische Gewässer gesteuert zu haben – deswegen steht dort nun vor Gericht, muss zum nächsten Prozesstermin am 30. Juli wieder nach Malta zurückkehren. Für die bevorstehenden Prozesskosten hat Jan Böhmermann einen Spendenaufruf gestartet und dabei letztendlich mehr als 200.000 Euro gesammelt. (bento)

Zuvor war das Rettungsschiff mit rund 230 Flüchtlingen an Bord fast eine Woche lang auf dem Meer blockiert worden. Tagelang wollte sich kein Land dazu bereiterklären, die Menschen aufzunehmen. (bento)

Mit Material von dpa


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