Bild: dpa/Jonathan Borg
Die 3 wichtigsten Passagen.

Mehrere Tage lang dümpelte die "Lifeline" mit 230 Flüchtlingen und 17 deutschen Besatzungsmitgliedern an Bord im Mittelmeer. Italien und andere EU-Länder wollten dem deutschen Rettungsschiff keinen sicheren Hafen bieten, schließlich durfte es am Mittwoch in Malta anlaufen. (bento)

Nun hat die "Lifeline"-Crew einen offenen Brief an den deutschen Innenminister Horst Seehofer geschrieben – um ihm die Situation klar zu machen.

Mehrere Bundesländer wollten die "Lifeline"-Flüchtlinge aufnehmen, Seehofer hatte zuvor Bedingungen gestellt. Er wolle, dass das Schiff festgesetzt wird und die Helfer "zur Rechenschaft" gezogen werden. (bento)

Im Bundestag sagte Seehofer dann am Mittwochabend, die Flüchtlinge müssten doch nicht aufgenommen werden. 

Er sehe keine Handlungsnotwendigkeit. Andere EU-Staaten würden sich um die Flüchtlinge kümmern, die Regierung werde das aber "sehr im Auge behalten". (Bundestag)

Der CSU-Politiker betonte, er wolle sich von dem Grundsatz "Humanität und Ordnung" leiten lassen.

Die Crew möchte Seehofer nun zeigen, was "Humanität" bedeutet. 

Ihren offenen Brief stellten sie unter die Überschrift:

Wir retten Leben, wen retten Sie?

Die 3 wichtigsten Passagen:

1. Seehofers Vorwurf, die Notrettung sei ein "Shuttle" nach Europa, sei aus der Luft gegriffen:

"Es fühlt sich beschämend an, dass die Bundesregierung durch die Behinderung der Seenotrettung dazu beiträgt, dass mehr Menschen im Mittelmeer sterben. Haben Sie Studien, eine Statistik oder ein Bauchgefühl, mit dem Sie diese Toten rechtfertigen können?"

2. Seehofers Partei trägt ein "C" für christlich im Namen, aber der Politiker lasse Empathie vermissen:

"Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Menschen gefoltert und versklavt und vergewaltigt werden - ganz bildlich in Libyen. Stellen Sie sich vor, wie diese Menschen in ihrer Verzweiflung alles tun, um Libyen entkommen zu können. [...] Stellen Sie sich den Kampf gegen das Wasser vor, das langsam aber sicher ihre Lungen füllt, bis sie ertrinken. Stellen Sie sich vor, dass Sie fordern, dass diesen Menschen nicht geholfen wird."

3. Seehofer wird eingeladen, sich die Arbeit auf dem Schiff anzuschauen:

"Wie würden Sie sich fühlen, wenn ihre Familienangehörigen in Gefahr wären oder sterben? Wäre es nicht eine Schande? Wir laden Sie ein. Wir laden Sie ein an einer der Seenotrettungsmissionen teilzunehmen und sich die Situation vor Ort anzuschauen, die Sie nicht kennen. Wir laden Sie ein, sich anzuschauen, wie verzweifelt die Menschen sind, die wir retten und wie sich die Leere anfühlt, wenn Menschen sterben, weil niemand mehr helfen kann." 

Die Crew schreibt, er sei "willkommen", das Wort betonen sie im Brief an mehreren Stellen. 

Aber eigentlich ist es eine Aufforderung, keine Einladung:

Wir erwarten, dass Sie mitkommen. Wir erwarten, dass Sie sich der Realität annehmen. Und wir erwarten Antworten. Sie sagen, wir sollen zur Rechenschaft gezogen werden, doch wir erwarten, dass auch Sie endlich Rechenschaft ablegen.

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