Bild: Levi's; Montage: bento
Was ein Streit mit Trump auslöst.

Die EU und USA tragen gerade einen Streit aus, der auch für dich Folgen haben könnte. Am Mittwoch entschied die EU: Ab Freitag gelten Zölle auf einige US-Produkte wie Stahl, Jeans, Whiskey, Mais. (Hier ist die gesamte Liste.) Ja, richtig gehört: Auch Jeans, zum Beispiel von Levi's.

Heißt das jetzt, dass du bald für die 501er noch mehr ausgeben musst? 

Was genau die Zölle bedeuten könnten, erklären wir dir hier.

Worum geht es in dem Handelsstreit?

Auslöser des Ganzen ist US-Präsident Donald Trump und dessen Politik nach dem Motto: "America first". Trump verhängte Anfang Juni Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU. Zölle in Höhe von 25 Prozent werden bei Stahl fällig, 10 Prozent sind es bei Aluminium. Das will sich die EU nicht gefallen lassen. Aus ihrer Sicht verstößt Trumps Vorgehen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation. 

So will der Staatenbund jetzt zurückschlagen: 

  • Produkte wie Motorräder, Bourbon-Whisky, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans sollen ebenfalls mit 25 Prozent Prozent Zusatzzöllen belegt werden.
  • Insgesamt sind US-Importe im Wert von 2,8 Milliarden betroffen.
  • Die Maßnahme gilt seit Freitag.

Was sagt Levi's dazu?

Der Textilhersteller wehrt sich: "Als amerikanisches Unternehmen mit einer internationalen Präsenz und einer komplexen globalen Lieferkette unterstützen wir offene Märkte und Freihandel, wo jeder sich an die Regeln hält", teilte eine Sprecherin mit. 

Die Maßnahmen sowohl der USA als auch der EU destabilisierten die Weltwirtschaft. "Andere Marken, Arbeitnehmer und Verbraucher werden letztlich darunter leiden." Man wolle mit Industriepartnern und Interessengruppen zusammenarbeiten, um der US-Regierung und der EU dies klar zu machen.

Welche Produkte von Levi's sind überhaupt betroffen?

Das Unternehmen nennt keine Zahlen. Fest steht: Es werden nur Produkte besteuert, die auch in den USA produziert werden. Aber wer einen Blick auf das Etikett seiner Levi's Kleidung wirft, liest da meist nicht "made in the USA". Jeans werden beispielsweise häufig in Tunesien genäht. 

Die Unternehmenssprecherin erklärte, das Levi's Produkte in 26 Ländern hergestellt werden. In einer Liste von Hunderten Lieferanten tauchen die USA nur zwölfmal auf. 

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass nur wenige Produkte von Levi's überhaupt betroffen sind. 

Fakt ist: Von den gesamten deutschen Textilimporten in Höhe von 32,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr kamen gerade einmal Waren im Wert von 67 Millionen Euro oder 0,2 Prozent aus den USA. Die USA sind damit noch nicht einmal unter den Top 25 der Textillieferanten der Deutschen. (FAZ)

Werden die Hosen teurer?

Darüber gibt das Unternehmen keine Auskunft. Wir haben deshalb beim Handelsverband Textil in Köln nachgefragt. Sprecher Axel Augustin rechnet nicht unbedingt mit einem Preisanstieg. Die Strafzölle würden nicht zwingend direkt auf den Käufer umgelegt. Sprünge von 25 Prozent auf den Endpreis seien deshalb nicht zwangsläufig zu erwarten. 

Und wenn es doch so kommen sollte:

"Die Frage wird sein, ob die Kunden der Marke trotz höherer Preise die Treue halten werden. Levi's ist ein Kult-Unternehmen, an die Marke sind viele Kunden enger gebunden als an No-Name-Produkte."

Wie entstehen die Preise überhaupt?

Der Handel und seine Lieferanten arbeiten mit sogenannten Eckpreisen – genauer gesagt mit psychologischen Preissprüngen: 29,99 statt 30 Euro. 39,95 statt 40 Euro. Deshalb gibt es bei unterschiedlichen Produkten auch eine Mischkalkulation: Einige haben eine geringere Handelsspanne als andere.

"Levi's gibt dem Handel eine unverbindliche Verkaufspreisempfehlung, woran sich die meisten Händler auch halten", erklärt Augustin. Schätzungsweise 150 bis 200 Prozent schlage der Handel noch einmal auf den Einkaufspreis eines Markenprodukts drauf.

"Denn den Großteil seiner Spanne braucht ein Einzelhändler für die anfallenden Kosten wie Gehälter, Miete, Werbung und die abzuführende Mehrwertsteuer."


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