Bild: dpa/Jens Büttner

Es waren nur drei Worte, die eine Düsseldorfer Schülerin auf Facebook postete: "Behinderter Lehrer ever". Dazu veröffentlichte sie ein Bild des 64-Jährigen, das sie heimlich im Unterricht von ihm gemacht hatte. Der Lehrer ärgerte sich so sehr, dass er Anzeige gegen die 14-Jährige erstattete. Nun ist die Schülerin wegen Beleidigung zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

Welche Arbeit sie wann und wo ableisten muss, wird die Jugendgerichtshilfe festlegen - das sind Mitarbeiter des Jugendamts, meist Sozialarbeiter. Das Mädchen habe die Tat eingeräumt und sehr bereut, sagte Amtsgerichtssprecher Marcel Dué. Einer ihrer Mitschüler hatte den Post online entdeckt und den Lehrer informiert.

Der Facebook-Post war eine Retourkutsche
Amtsgerichtssprecher Marcel Dué
Auf dem Friedhof oder in der Suppenküche aushelfen

Dass sowohl die Facebook-Freunde der Schülerin als auch deren Freunde die Beleidigung sehen konnten, also ein "nicht ganz kleiner Kreis", habe das Gericht zulasten der Angeklagten gewertet, so Dué. Zu ihren Gunsten zu bewerten sei gewesen, dass sie erst 14 Jahre alt und noch nicht vorbestraft war. Gemeinnützige Arbeit könne zum Beispiel sein, in einer Suppenküche oder auf dem Friedhof auszuhelfen.

Protest soll sie anders ausdrücken

Amtsgerichtssprecher Dué sagte, der Facebook-Post sei eine Retourkutsche gewesen, weil der Lehrer selbst Schüler fotografiert habe, angeblich für die Homepage der Schule. Das Mädchen sei damit nicht einverstanden gewesen. Das Gericht habe nun aufgezeigt, dass man Protest auch anders ausdrücken könne als mit einer Beleidigung auf Facebook.

Bemerkenswert an dem Verfahren war, dass der Lehrer einen strafrechtlichen Prozess gegen das Mädchen veranlasst hat. Er hätte auch zivilrechtlich vorgehen und fordern können, dass das Foto gelöscht wird und er Schadensersatz bekommt, zumal es sich um eine minderjährige Schülerin handelt. Das Jugendstrafverfahren gegen die 14-Jährige fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.

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