Der Vorschlag eines Regensburger Stadtrats klingt bestenfalls mittelalterlich.

Christian Janele, Stadtrat von Regensburg, möchte in Bussen "Ladyzonen" einführen, damit Frauen sich bei der Heimfahrt sicherer fühlen. Ein löbliches Ziel. Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln nach Geschlechtern zu trennen, ist aber sicher nicht der richtige Weg dahin.

Den Vorschlag brachte Janele bereits im November in den Stadtrat ein – nachdem sich "besorgte Bürger" an ihn gewandt hatten, sagte der Lokalpolitiker der "Christlich-Sozialen Bürger" (Link zur Webseite der CSB). Demnach sollen die Bereiche, in denen sich in Stadtbussen nur Frauen und Kinder aufhalten dürfen, mit farbigen Markierungen am Boden gekennzeichnet werden. Am Dienstag wird der Antrag im Stadtplanungsausschuss diskutiert. (Bayrischer Rundfunk)

So könnten die Zonen aussehen, wenn es nach den CSB geht:

CSB Stadtrat Christian Janele fordert Sicherheitsoffensive!!!"Einführung von Frauen-Taxis (Lady-Taxis) und...

Geplaatst door CSB Christlich-Soziale Bürger in Regensburg op donderdag 19 november 2015

Die Farbwahl für die Zonen (pink) ist sicherlich diskutabel – finden auch die CSB selbst, wie sie bei Facebook schreiben. Zunächst hatte Janele konkret von "pinken" Markierungen gesprochen, jetzt heißt es, die Zonen könnten auch eine andere Farbe haben. Immerhin.

Ob Frauen sich durch solche Zonen auf dem Heimweg wirklich sicherer fühlen? Fraglich. Vor allem: Die Trennung von Menschen in Bussen nach wie-auch-immer-gearteten Attributen ist und war niemals eine gute Idee.

Arrest me for sitting on a bus? You may do that.
Rosa Parks

Ob die Zonen tatsächlich eingeführt werden, wird Dienstagnachmittag entschieden. Wahrscheinlicher als die "Ladyzonen" in Bussen ist aber die Einführung von "Lady-Taxis": Autos also, die nur weibliche Kunden (auch in Begleitung von Kindern und Senioren) befördern. Ein ähnliches Projekt laufe in Heidelberg bereits seit Jahren, sagte Janele. Die Fahrer müssten nicht weiblich sein, sofern dies bei der Bestellung nicht explizit geäußert werde. 2,50 Euro des Taxipreises für Fahrten zwischen Sonnenuntergang und Morgendämmerung übernähme die Stadt, schreibt Journalist Mario Hahn in der Regensburger Wochenzeitung "Blizzaktuell". (Direkt zum Artikel)

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