Bild: Krieg und Freitag
Drei Fragen, drei Antworten zur Spendenkampagne von "Krieg und Freitag"

Menschenketten als friedliche Protestform gibt's schon lange. Um gegen die Nazi-Ausschreitungen in Chemnitz zu protestieren, hat der Künstler "Krieg und Freitag" ebenfalls eine Menschenkette gestartet – allerdings gezeichnet, auf Papier. 

Was hat es mit der Strichmenschenkette auf sich?

Als Reaktion auf die Ausschreitungen hat "Krieg und Freitag" die Kette als Spendenkampagne gestartet: Pro 5 Euro Spende fügt er dem Kunstwerk einen Strichmensch hinzu. Die Spenden gehen an den Sächsischen Flüchtlingsrat.

Das ursprüngliche Ziel von 1000 Strichmenschen erreichte der Künstler binnen 16 Stunden – also verdoppelte er seine Zielsetzung. Auch diese Marke ist inzwischen übertroffen, bisher sind 14.380 Euro zusammengekommen. Das entspricht 2876 Strichmenschen (Stand 31.8., 17:30 Uhr). 

Im Video erlaubt der Künstler einen Blick auf die Kette, die inzwischen schon sechs Meter lang ist.

Wer ist "Krieg und Freitag"?

"Krieg und Freitag" ist ein Künstler, der auf Twitter, Facebook und Instagram Strichmenschencomics veröffentlicht. Zeichnen kann er nach eigenen Angaben gar nicht, mit seinem Wortwitz hat er sich trotzdem eine Fangemeinschaft erkritzelt.

Häufig wiederkehrende Themen, die offenbar den Nerv des Publikums treffen: Schlechte Laune und Müdigkeit.

Was sagt der Künstler?

Hinter "Krieg und Freitag" steckt der Künstler Tobias Vogel. bento erzählt er, dass er zwar schon das Gefühl gehabt habe, dass die Aktion Aufmerksamkeit erregen könnte. Mit dem tatsächlichen Ausmaß habe er jedoch nicht gerechnet: 

Momentan schwanke ich zwischen Stress, Überforderung und großer Freude über die hohe Spendensumme. Wenn das alles vorbei ist, brauche ich wohl erst mal ein paar Wochen Internetpause.

Obwohl er über 2700 Strichmenschen zeichnen muss, schmerzt seine Hand noch nicht. 

Zum Glück habe ich nie versprochen, das Werk innerhalb weniger Tage fertigzustellen. So kann ich jeder Figur die nötige Aufmerksamkeit widmen und meiner Hand zwischendurch ein bisschen Pause gönnen.

Wenn die Kette fertig ist, will Vogel sie erst ausstellen und dann versteigern. Der Erlös kommt auf die Spendensumme obendrauf. Und was will er mit der Aktion sonst noch erreichen, außer Geld für den Flüchtlingsrat?

Freude für die Traurigen, Hoffnung für die Mutlosen, schlechte Laune für die Nazis.

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