Bild: Julian Stratenschulte dpa/lni
Zum Schutz vor Diskriminierung

Was ist passiert?

Österreich will Mädchen in Kindergärten und Grundschulen das Kopftuch verbieten. "Eine Verschleierung von Kleinkindern ist definitiv nichts, was in unserem Land Platz haben sollte", sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Die Entscheidung begründete der Politiker mit dem Schutz der Kinder – vor der Gesellschaft, nicht ihrer Religion: 

"Dazu gehört auch, dass es zu keiner Diskriminierung in jungen Jahren kommt."
Sebastian Kurz

Wie geht es jetzt weiter? 

  • Die Gesetzesvorlage soll bis zum Beginn des Sommers ausgearbeitet werden. 
  • Um das Gesetz in Verfassungsrang zu heben, benötigt die Regierung allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. (Demokratiezentrum)
  • Alleine kann die Regierung aus rechter FPÖ und konservativer ÖVP es daher nicht umsetzen, sie kommen zusammen nur auf 57 Prozent der Stimmen. 
  • Sie benötigen also die Hilfe mindestens einer Oppositionspartei. 
Wie viele sind vom geplanten Gesetz betroffen?

Etwa neun Prozent der Österreicher sind Muslime. Wie viele davon das Kopftuch tragen, ist allerdings nicht klar, denn Zahlen liegen dazu gar nicht vor – weder für Erwachsene, noch für Kinder. Der Bildungsminister Heinz Faßmann nannte den Schritt "eine symbolische Handlung".

In Österreich gibt es seit 2017 schon ein Verhüllungsverbot für Gesichter. Das Gesetz soll sich eigentlich gegen Verschleierungen mit Burkas oder Nikabs richten. Seit das Gesetz in Kraft ist, mussten Polizisten aber auch gegen Maskottchen und andere Kostümierte vorgehen. (bento)

Mit Material von dpa


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Jemand hat sich den Schlachtruf "Hú!" als Marke gesichert. Das gefällt einigen Isländern gar nicht
Sie sind wütend, richtig wütend

An einem Freitagvormittag Ende März loggt sich der isländische Cartoonist Hugleikur Dagsson bei Facebook ein. Wütend schreibt er einen Beitrag, sein Ärger gilt einem Mann, den er als Dieb sieht. Die Identität verschweigt er. Doch Dagsson ist bekannt in Island, Dutzende Nutzer teilen den Post und schon bald taucht ein Name auf: Gunnar Thor Andrésson. In den Tagen darauf, berichtet Andrésson später, erhält er wütende Nachrichten, wird angefeindet und beschimpft. Die Leute, so scheint es, fühlen sich bestohlen.

Worum geht es? Was erzürnt Dagsson und seine Landsleute?

Andrésson gehört etwas, was nach Ansicht vieler Isländer jedem und niemandem gehören sollte: das Wort "Húh". Millionen Menschen hörten den Schlachtruf der isländischen Fußballfans bei der Europameisterschaft 2016. Andrésson hat sich das Wort gesichert, als Marke beim isländischen Patentamt.