Bild: Getty Images

Eine Zeit lang wurden Religionen tot gesagt – nun debattieren Politiker wieder über die Frage, ob und wie viel Religion in der Öffentlichkeit sichtbar sein darf. 

Kippa, Kopftuch und Kruzifix werden in ganz Europa zu Symbolen für einen Identitätskampf. 

In Deutschland gilt dabei in der aktuellen Debatte: Das christliche Kreuz gehört zu Bayern (bento), die jüdische Kippa gehört getragen (bento) – und das islamische Kopftuch am besten verboten (bento).

Beim Kopftuch ist Deutschland nicht allein. Fast alle EU-Länder streiten darüber, was muslimische Frauen zu tragen haben.

Es gibt nur 6 der insgesamt 28 EU-Staaten, die beim Thema Kopftuch entspannt bleiben. 

Alle anderen haben es entweder verboten oder diskutieren das derzeit. Das ist das Ergebnis eines Berichts der unabhängigen Open Society Foundation

Die Gruppe setzt sich für tolerante Gesellschaften ein, sie wurde vom Milliardär George Soros gegründet. Soros hat jüdische Wurzeln und wurde in Ungarn geboren, vom dortigen Präsidenten Viktor Orban wird er offen angefeindet.

Das sind die 6 Länder, in denen es bislang keine Debatte über Verbote gibt:

  1. Griechenland 
  2. Kroatien
  3. Polen
  4. Portugal 
  5. Rumänien 
  6. Zypern

Und das sind die 8 Länder, in denen es bereits komplette oder teilweise Kopftuchverbote gibt:

  1. Belgien – landesweites Verbot
  2. Bulgarien – landesweites Verbot
  3. Dänemark – lokale Verbote
  4. Deutschland – lokale Verbote
  5. Frankreich – landesweites Verbot
  6. Italien – lokale Verbote
  7. Österreich – landesweites Verbot
  8. Spanien – lokale Verbote

In den übrigen 14 EU-Staaten wird über Einführung von Verboten diskutiert.

Hintergrund

Im Bericht wird betont, dass die Debatte um Kopftuchverbote nach den Anschlägen vom 11. September 2001 begannen. Das Stück Stoff wurde zum Symbol für Islamismus. Vor allem Frankreich habe die Debatte in Europa vorangetrieben.

Was sagt das aus?

Die Gründe, warum es zu Verboten kommt, hängen nur wenig mit einer wirklichen Bedrohung zusammen. Spanien hat nur wenig mehr Muslime im Land als das Nachbarland Portugal, aber ein Verbot. Italien hat genauso mit ankommenden Flüchtlingen zu kämpfen wie Griechenland, doch die Griechen verzichten auf eine Debatte. 

Oft steckt eher eine Debatte um kulturelle Abgrenzung dahinter. Der Bericht notiert, dass es in den Ländern ohne Kopftuch-Debatte auch sonst kaum Diskussionen über muslimische Bürger oder antiislamische Angriffe gebe. 

Für Muslime kann das gefährlich werden, heißt es von der Open Society Foundation. 

Die einzelnen EU-Länder sollten überprüfen, ob und wie sich das Verbot auf den Alltag muslimischer Frauen auswirke. Werde ihnen so der Zugang zu Bildung und Arbeit verwehrt, kann das einen weitaus größeren Einfluss auf die Integration haben.


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