Bild: Werner Rudhart/dpa
"Wir sind diejenigen, die von den Auswirkungen des Klimawandels am meisten betroffen sein werden."

Der Amazonas erstreckt sich über sieben Millionen Quadratkilometer auf acht Länder. Hier leben indigene Völker und ein Zehntel der weltweiten Pflanzen- und Tierarten, es gibt kaum Straßen.

Aber der Amazonas ist auch Schauplatz unzähliger Umweltsünden: Kilometerweit werden Bäume und Pflanzen für Agrarflächen gerodet, der Amazonas-Fluss durch Bergbau und Ölprodukte vergiftet. Die Kokaproduktion tut ihr Übriges. In den vergangenen 50 Jahren wurden etwa 17 Prozent der Gesamtfläche des Regenwaldes im Amazonasbecken abgeholzt. (Tagesspiegel)

Seit Jahren kämpfen Aktivisten gegen die Abrodungen und für den Schutz des Amazonas. Ausgerechnet eine Gruppe Kinder hat es jetzt (fast) geschafft.

Was ist passiert?

Insgesamt 25 Kinder und Jugendliche hatten den kolumbianischen Staat verklagt, weil er nichts gegen die Zerstörung des Regenwaldes unternimmt. Das beeinträchtige den Treibhauseffekt und damit auch ihr Recht auf Leben und Gesundheit.

Kolumbien ist eines der Länder, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Allein 2016 wurden hier fast 2000 Quadratkilometer Regenwald gerodet, davon 700 Quadratkilometer im Amazonasbecken. Das entsprach einer Steigerung von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit die Rebellengruppe Farc lange abgeschottete Teile des Landes wieder freigegeben hat, geht die Abrodung sogar schneller voran. 

Der Oberste Gerichtshof in Kolumbien gab den Kindern nun Recht. (Deutsche Welle)

Warum ist das wichtig?

  • Der Regenwald im Amazonas ist eine der größten Kohlenstoffreserven der Welt. "Die Rechnung ist einfach: Wenn wir den Amazonasregenwald nicht bewahren, verlieren wir den Kampf gegen den Klimawandel“, sagt Analiz Vergara von WWF Kolumbien. (Tagesspiegel)
  • Es ist ein historisches Urteil, weil die Amazonas-Region zum ersten Mal als eine juristische Person anerkannt wurde. Das heißt, sie wurde vor dem Gesetz als Mensch oder Unternehmen behandelt – und hat damit auch entsprechende Rechte, die verletzt werden können. Wer das tut, muss künftig mit Strafen rechnen. 
(Bild: dpa)

Wie geht es weiter?

Das Gericht forderte den kolumbianischen Staat dazu auf, bis September dieses Jahres einen Aktionsplan vorzulegen. Die Abholzung soll bis 2020 komplett gestoppt werden. 

Alle Maßnahmen sollen in Zusammenarbeit mit den 25 jungen Klägern geplant werden. Auch das war eine ihrer Forderungen: "Wir sind diejenigen, die von den Auswirkungen des Klimawandels am meisten betroffen sein werden", hieß es in ihrer Klageschrift, "aber auch die, die am wenigsten Einfluss darauf nehmen können".


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Ausbildung abgebrochen: "Mach doch mal was zu Ende"
Drei Menschen erzählen, warum es erleichternd war – und was sie jetzt machen.

146 000 Lehrlinge haben 2016 ihre Ausbildung abgebrochen. Das ist jeder vierte – und damit die höchste Abbrecherquote seit mehr als 25 Jahren. (SZ) Die Zahl sei alarmierend, hieß es von allen Seiten. Also verspürten ziemlich schnell ziemlich viele Leute das Bedürfnis, sich zu den Gründen zu äußern. Azubis verdienen zu wenig, sagte der Deutsche Gewerkschaftsbund. Ungünstige Arbeitsbedingungen, Konflikte mit den Vorgesetzten sind Schuld, meint das Bildungsministerium. Aber was sagen die jungen Leute, die ihre Ausbildung abgebrochen haben? Drei Menschen erzählen anonym, wie es dazu kam – und was sie jetzt machen.