Bild: dpa/Jens Kalaene
In einem Interview spricht er über den Besuch.

Rapper Kollegah und sein Kumpel Farid Bang fanden Zeilen über den Holocaust einst ziemlich witzig. In einem gemeinsamen Lied rappten sie, ihr Körper sei "definierter als von Auschwitz-Insassen". Im April wurden beide sogar mit dem Echo ausgezeichnet und ernteten dafür viel Kritik. Die Folge: Der Echo wurde abgeschafft, viele andere Sänger gaben ihn aus Protest zurück. (bento)

Und wie sieht Kollegah das nun?

Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers in Auschwitz scheint ein Umdenken bewirkt zu haben. In einem Interview mit "Stern" hat sich der Kollegah von den Textzeilen auf seinem Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" distanziert. "Ich werde so etwas nie wieder benutzen", sagte er. Er und Farid Bang hätten "eingesehen, dass das echt verletzend sein kann". Er habe, "auch nach dem Besuch von Auschwitz, großen Respekt davor".

Was sagt Kollegah über seinen Besuch in Auschwitz?

Der Besuch sei eine "aufwühlende, klärende Erfahrung" gewesen. "Wenn du mit eigenen Augen siehst, wie dort fabrikmäßig Menschen vergast wurden, vergisst du das nie." Man werde dadurch "vorsichtiger und respektvoller". Er stehe außerdem "für Toleranz und gegen alle Vorurteile rassistischer oder religiöser Art".  Die "Zeit der Provokation" sei nun erst mal vorbei, verkündete Kollegah. Er mache sich nun viele Gedanken darüber, ob man in seinen Songs etwas rassistisch verstanden werden könnte. 

Mit Material von dpa


Today

Österreichischer Häftling macht sich durch offene Gefängnistür aus dem Staub

Einem Insassen kurz die Fußfessel abnehmen, während die Gefängnistür offen ist – was soll dabei schon schiefgehen? Wenn sich so eine Gelegenheit ergibt, nutzt man sie natürlich auch – so auch ein Häftling aus Österreich. Denn er trat am Montag kurzerhand die Flucht durch die offen stehende Tür an.

Was ist passiert?

Seit einigen Monaten hatte der wegen mehrerer Eigentumsdelikte verurteilte Mann die Fußfessel getragen und seine Strafe als Hausarrest abgesessen. Allerdings war er auffällig geworden und sollte deshalb seine Reststrafe nun doch im Gefängnis verbringen.

Wie ein Sprecher der Justizvollzugsanstallt erklärt, sei dem Häftling in einem Nebengebäude der Haftanstalt die Fußfessel abgenommen worden – denn die würde er im Gefängnis ja nicht brauchen. Auf auf dem Weg ins Gefängnis soll er dann plötzlich die Flucht ergriffen haben. 

Wurde er mittlerweile gefasst?

Der entflohene Häftling wurde noch nicht gefunden. Sorgen müssten sich die Bürgerinnen und Bürger jedoch keine machen – der Geflohene gelte nicht als gewalttätig.

Mit Material von dpa