Bild: Getty Images

Kennt ihr das "Bowling Green Massacre"? Die zwei Iraker, die im Städtchen Bowling Green im US-Bundesstaat Kentucky um sich schossen? Erinnert ihr euch an die Toten?

Nein?

Dann liegt das wahrscheinlich daran, dass es dieses "Massaker" nie gegeben hat.

Kellyanne Conway, Beraterin im Weißen Haus, führt es dennoch an – als Rechtfertigung für den von Donald Trump umgesetzten "Muslim Ban". Seit einer Woche gilt in den USA ein Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern, darunter der Irak (bento).

Das Dekret wird von vielen als rassistisch und verfassungsfeindlich kritisiert, doch die Trump-Regierung hält daran fest.

In einem Fernsehinterview mit MSNBC verteidigte nun Conway den "Muslim Ban" – mit einem erfundenen Terrorakt.

"Ich wette, es ist eine brandneue Information für das Volk, dass es unter Präsident Obama eine sechsmonatige Einreisesperre für irakische Flüchtlinge gab, nachdem zwei Iraker in dieses Land gekommen sind, sich hier radikalisiert haben und dann die Planer des Bowling Green Massakers waren", sagte Conway.

Die Trump-Beraterin war bekannt geworden, als sie die Lügen aus dem Weißen Haus über Besucherzahlen bei Trumps Inauguration als "alternative Fakten" bezeichnete (bento).

Hier könnt ihr Conways Interview sehen (vom Massaker redet sie ab 2:45):
Was steckt hinter dem "Bowling Green Massacre"?

Einen Zwischenfall in Bowling Green gab es tatsächlich. 2011 wurden dort zwei Iraker festgenommen und später zu Haftstrafen verurteilt. Sie sollen versucht haben, Geld und Waffen in den Irak zu schicken – um dort bei Anschlägen gegen US-Soldaten zu helfen ("Washington Post").

Ein tatsächliches Massaker in den USA haben sie allerdings nie verübt. "Keiner der beiden wurde wegen der Planung von Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten angeklagt", schrieb das Justizministerium damals. Conway behauptet, es sei geschehen und in den Medien "damals kaum darüber berichtet worden".

Was ebenfalls nicht stimmt: Dass es damals unter Obama ein Einreiseverbot für Iraker gab. Es wurde lediglich eine Neuprüfung der in die USA geflüchteten Iraker angeordnet ("Foreign Policy").

Auf Twitter reagieren Nutzer mit Häme auf Conways erfundenes Massaker – das sind die witzigsten Antworten:
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Trump selbst verteidigt den Bann übrigens als Kampf gegen "böse Typen".

Doch Grundlagen für den Einreisestopp gibt es kaum: Es gibt nämlich KEINE von Flüchtlingen verübte Terroranschläge in den USA. Die in den vergangenen Jahren verübten Angriffe wurden alle von US-Bürgern verübt (CNN).

Was stimmt: In den meisten der gelisteten Staaten (Syrien, Irak, Iran, Jemen, Somalia, Sudan und Libyen) haben sich islamistische Terrorzellen eingerichtet, Extremisten werden in Terrorcamps ausgebildet. Die Staaten leiden unter den Terrorstrukturen.

Das ist auch der Grund, warum Tausende Menschen versuchen, aus diesen Ländern zu fliehen. Ihnen Schutz vorzuenthalten, hilft nur den Islamisten.

Hier dokumentieren wir, was die Trump-Regierung seit Tag 1 umgesetzt hat:
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Haha

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