Sexuelle Belästigung, Übergriffe und Vergewaltigungen sind traurige Realität: Jede dritte Frau in Europa wird in ihrem Leben Opfer eines Übergriffs. Doch nur ein Bruchteil aller Fälle wird zur Anzeige gebracht, offizielle Zahlen bleiben ungenau. 

Opfer trauen sich oft nicht, weil sie die Täter kennen und ihnen nicht schaden wollen. 

Weil sie nicht wissen, ob man ihnen glauben würde. Ob man ihnen helfen würde. Weil man ihnen eine Mitschuld geben könnte. Weil die Polizei im schlimmsten Fall gegen sie ermittelt – und nicht gegen den Beschuldigten. Weil es peinlich ist, wenn jemand das Erlebte abtut und sagt, das sei doch "nur eine Kleinigkeit"

Aktionen wie der Hashtag #MeToo zeigen aber auf, dass das Problem viel größer und schlimmer ist, als viele vermuten. Die App "keinekleinigkeit" bietet Opfern nun anonym Hilfe – und die Möglichkeit, Belästigungen oder Übergriffe zu melden. 

Dabei ist es egal, ob die Belästigung von Bekannten, Fremden, Kollegen oder jemandem aus der Familie ausgeht. Belästigung ist, was dich belästigt – und keine Kleinigkeit.
keinekleinigkeit

Das Melden einer Belästigung geht über die Website einfach per Knopfdruck. In den ersten fünf Tagen seit dem Launch wurden schon knapp 2000 Vorfälle erfasst. Wer mag, kann nach der Meldung auch noch weiter eingrenzen, was genau vorgefallen ist: Wurde man mit Worten belästigt? In welchem Bundesland ist es passiert? 

Die Seite ermutigt Opfer auch, Taten zur Anzeige zu bringen und verlinkt auf die Webseite der jeweiligen Landespolizei. Durch eine hohe Beteiligung könne die Dunkelziffer aufgehellt werden, schreiben die Macherinnen, der Verein "Mensch Mensch Mensch" und Studierende der HTW Berlin

Ganz genau sind die Zahlen aber nicht: 
  • Vorfälle können beispielsweise mehrmals gemeldet werden, Trolle könnten die App mit unsinnigen Angaben fluten. 
  • Und die unterschiedlichen Tathergänge in einer großen Zahl zu verschmelzen, erleichtert es Kritikern, Opfergruppen gegeneinander auszuspielen. 

Trotzdem trifft die Aktion einen Nerv: Schon einen Tag nach dem Launch wurde die Seite angegriffen. Eine DDoS-Attacke hatte das Ziel, sie durch Überlastung unerreichbar zu machen. Auch auf Twitter und Facebook zieht die Aktion antifeministische Kritik auf sich: 

Nur: "Weltfremd" ist die Aktion keinesfalls. "Weltkritisch" trifft es schon eher. 

Hier kannst du Vorfälle bei "keinekleinigkeit" melden.

Future

10.000 Euro auf einmal anlegen – eine Anleitung in sechs Schritten

Einige meiner Freunde haben ihren ersten kleinen Geldbatzen angehäuft. Entweder haben sie jahrelang jeden Monat etwas zur Seite gelegt. Oder ihre Eltern haben für sie seit vielen Jahren Geld auf ein Sparkonto eingezahlt, das jetzt an sie ausgezahlt wird. Andere wiederum haben von ihren Großeltern etwas geerbt.