Bild: bento / Steffen Lüdke

"Puigdemont – ins Gefängnis" und "Wir alle sind Katalonien" – Hunderttausende Menschen rufen am Sonntag diese Forderungen in Barcelona.

Die Veranstalter sprechen von mehr als einer Million Menschen, die örtliche Polizei von rund 300.000 Demonstranten. Ihr Anliegen: Ein Zeichen gegen die Unabhängikeitserklärung des katalanischen Parlaments setzen.

Am Freitag hatte eine Mehrheit der katalanischen Abgeordneten für die Unabhängigkeit von Spanien gestimmt. Nur vierzig Minuten später übernahm die spanische Regierung die Kontrolle über die Region und kündigte Neuwahlen an. 

Wir haben uns auf der pro-spanischen Demo umgehört. Hier erklären vier junge Katalanen, warum sie auf keinen Fall in einem eigenen Staat leben wollen.
(Bild: bento / Steffen Lüdke)
Rebecca, 26

"Ich bin heute hier, weil ich mich genauso spanisch wie katalanisch fühle. Das ist die erste Demo, auf die ich gehe. Dass unser Parlament am Freitag die Unabhängigkeit erklärt hat, ist eine Schande!

Unser ehemaliger Präsident Carles Puigdemont muss büßen, für das, was er getan hat. 

Ich fühle mich genauso spanisch wie katalanisch
Rebecca

Er hat so getan, als ob er für alle Katalanen spricht, aber das ist Schwachsinn. Er repräsentiert nur einen Teil von uns, auch ich bin Katalanin, ich will Teil von Spanien bleiben, wie alle hier.

Zu Hause sprechen wir Spanisch, auf meiner Arbeit spreche ich Katalanisch. Das ist unser Alltag und er ist gut so, wie er ist."

Pablo, 20
(Bild: bento / Steffen Lüdke)

"Ich bin in Madrid geboren, aber meine Familie ist katalanisch. Die Erklärung der Unabhängigkeit ist nicht nur illegal, sondern auch gefährlich – dieser Nationalismus ist eine völlig veraltete Ideologie. 

Das war der Tag der Spanien-Befürworter:
1/12

Dagegen gehe ich heute auf die Straße. Die Nationalisten haben in Europa so viel kaputt gemacht. In den letzten Jahren haben die Separatisten hier immer erzählt, wie friedlich und offen ihre Version des Nationalismus ist. Für mich sind das alles Märchen.

Die Separatisten grenzen  aus, sie unterscheiden zwischen guten und schlechten Katalanen. Ständig hört man, dass die echten Katalanen etwas Besseres seien, die Spanier sind arm und meist Einwanderer, die sich nichts leisten können. Der häufigste Nachname in Katalonien ist García, ein Name spanischen Ursprungs. 

Die Nationalisten haben in Europa so viel kaputt gemacht
Pablo

Aber in der Regierung sitzen nur Menschen mit katalanischen Namen. Am 21. Dezember gibt es ja Neuwahlen. Ob wir sie gewinnen werden, weiß ich nicht.

Aber eines ist sicher. Eine so große pro-spanische Demo wie heute wäre in Barcelona vor Jahren noch undenkbar gewesen."

Edgar, 20
(Bild: bento / Steffen Lüdke)

"Die Unabhängigkeit ist eine demokratische Schande. Die Separatisten haben die Mehrheit ihres Volkes verraten. Bei den vergangenen Wahlen haben sie nur 48 Prozent der Stimmen erhalten. Jetzt müssen wir zeigen, wie viele wir wirklich sind und dass wir unsere Rechte verteidigen werden. 

Jetzt müssen wir zeigen, wie viele wir wirklich sind
Edgar

Das machen die Befürworter der Unabhängigkeit ja schon seit Jahren so. Deswegen glauben auch so viele Menschen, dass sie in der Mehrheit sind. Es ist halt schwer, Leute zu mobilisieren, die alles haben, was sie wollen. Wir wollen ja nur in Spanien bleiben. Aber jetzt ist das alles in Gefahr."

Lorena, 24
(Bild: bento / Steffen Lüdke)

"Die Unabhängigkeitsbewegung treibt einen Keil zwischen Familien und Freunde. Die Familie meiner Mutter ist gegen die Unabhängigkeit, die meines Vaters dafür. Letztens haben sie mich Faschistin genannt. Dabei habe ich nur meine Identität verteidigt.

Ich fühle mich als Spanierin und möchte es auch bleiben. Was ist denn daran faschistisch? Ich habe es satt, wirklich. All die Jahre waren wir still, Schluss damit! Katalonien ist Spanien!"


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