Bild: David Young/dpa
Was ist neu?

Dieses Jahr wird es auf dem Rosenmontagszug in Düsseldorf zum ersten Mal einen Mottowagen der jüdischen Gemeinde geben. Damit will sie ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Die Juden seien Teil der Stadtgesellschaft, sagt Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor bei der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf. "Wir gehören dazu, und Antisemitismus hat hier nichts zu suchen." (Deutschlandfunk)

Hat es wirklich noch nie eine jüdischen Wagen gegeben?

Die Nachrichtenagentur dpa hat in Karnevalshochburgen wie Düsseldorf und Köln nachgefragt. Niemand konnte sich an einen solchen jüdischen Beitrag erinnern. Auch bei den jüdischen Organisationen oder Historikern nicht. (Welt)

Das hat natürlich historische Gründe: Die Nazis nutzten auch den Karneval für ihre Propaganda. Auf Karnevalsumzügen verbreiteten sie ihre antisemitische Hetze. Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende setzt die jüdische Gemeinde nun ein Zeichen genau dagegen. In Köln wird zurzeit sogar eine jüdische Karnevalsgruppe gegründet. 

(Bild: David Young/dpa)
Wie wird der Wagen aussehen?

Den Wagen ziert eine Figur von Dichter Heinrich Heine – mit Kippa und Gebetsschal vor Düsseldorfer Stadtkulisse. "Wir feiern den größten jüdischen Sohn unserer Stadt" steht darüber. 

Dabei ist Heine vom Judentum zum Protestantismus konvertiert. Er hoffte dadurch auf Jobchancen und einen Aufstieg in der Gesellschaft.

Genau um diesen Widerspruch soll es gehen: 

"Die Stadt Düsseldorf hat ein Problem damit, dass Heinrich Heine Jude war. Ich verweise auf die Namensgebung der Heinrich-Heine-Universität, die 15 Jahre lang nicht so heißen durfte, weil es verzögert worden ist. (...) Und wir haben ein Problem damit, dass Heine vom Judentum zum Protestantismus konvertiert ist. Insofern befinden wir uns gegenseitig in allerbester Gesellschaft", sagt Michael Szentei-Heise von der jüdischen Gemeinde. (Deutschlandfunk Kultur)
Worum geht es der jüdischen Gemeinde eigentlich?

Nicht allein um Heine und die humorvolle Auseinandersetzung mit seiner Geschichte. 

"Wir haben eine Zeit, in der Antisemitismus wieder hoffähig wird und von der extrem rechten und der extrem linken Ecke langsam wieder in die Mitte der Gesellschaft wandert", sagt Szentei-Heise. Dagegen müsse man auch im Karneval ein Zeichen setzen. "Wir sind ein Teil der Düsseldorfer Stadtgesellschaft. Wir gehören dazu. Und Antisemitismus hat hier nichts zu suchen." (Welt)

Übrigens: Die Kamelle, die vom Wagen geworfen werden, sind koscher und vegan.

Am 12. Februar ist Rosenmontag. Freust du dich?

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