Bild: Getty Images; Montage: bento
Er gibt ausgerechnet dem Druck einer Ölfirma nach.

Kanadas Premier Justin Trudeau war einst mit dem Versprechen angetreten, mehr für den Umweltschutz zu tun. Jetzt zeigt er, dass der Umweltschutz auch mal ignoriert werden kann – wenn es ums Geld geht.

Trudeau möchte den Ausbau einer umstrittenen Öl-Pipeline durchboxen – gegen Proteste.

Darum geht's:

Die Ölfirma Kinder Morgan aus Texas gehört zu den größten Pipeline-Anbietern in Nordamerika. In Kanada hat sie bereits mehrere Netze, darunter auch die mehr als 1000 Kilometer lange Trans Moutain Pipeline. Sie wurde bereits in den 1950ern gebaut und führt von den Rocky Mountains bis an die Pazifikküste. (Trans Mountain)

Nun will Kinder Morgan eine zweite Pipeline daneben bauen, inklusive neuer Pumptürme. Das ist die Route:

(Bild: Trans Mountain)

Die Ölfirma erhofft sich Profite, Kanada erhofft sich Jobs für Bauarbeiter und einen besseren Handel – indem es Öl an die Küste bekommt und von dort nach Asien verschiffen kann.

  • Das Projekt soll umgerechnet 4,7 Milliarden Euro kosten und während der Bauphase Zehntausende Jobs sichern.

Wo ist das Problem?

Umweltschützer und Anwohner wollen die neue Pipeline nicht. Tausende haben in den vergangenen Wochen demonstriert, mehr als 200 Menschen wurden verhaftet, als sie den Eingang einer Kinder-Morgan-Einrichtung blockieren wollten.

Außerdem liegt die Entscheidung über den Bau nicht uneingeschränkt in den Händen der kanadischen Regierung – auch die beiden Bundesstaaten Alberta und British Columbia, durch die die Pipeline führt, dürfen mitreden.

  1. Das wirtschaftlich schwache und konservativ geführte Alberta will den Bau.
  2. Das links-geführte British Columbia will ihn mit allen Kräften verhindern.

Nun hat Kinder Morgan gedroht: Wenn es bis Ende Mai keine Entscheidung sieht, ob das Projekt starten kann, will es ganz davon absehen. Und auch der Premier von Alberta lästert: Trudeaus "zerstörerische Richtlinien" in Sachen Umweltschutz würden nur Chaos ins Projekt bringen. (National Post)

Wie reagierte Trudeau?

Er gibt dem Druck nach. Bei einem Treffen mit den beiden Premiers von Alberta und British Columbia sagte er jetzt:

Die Trans-Mountain-Erweiterung ist von vitalem Interesse für Kanada – sie wird gebaut werden.

Seine Begründung für den Bau: Jobs, Jobs, Jobs. Und um seinen Willen gegenüber der texanischen Ölfirma noch deutlicher zu machen, deutete er auch Finanzhilfen an. Notfalls könne beim Bau mit Steuergeldern nachgeholfen werden.


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