Bild: Adrian Wyld/The Canadian Press/Ap/Dpa

Er hatte Tränen in den Augen, als er sagte: 

"Im Namen der Regierung, des Parlaments und des kanadischen Volkes: Wir haben Fehler gemacht. Es tut uns leid. Wir werden niemals zulassen, dass so etwas noch einmal passiert."

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich im Namen Kanadas für die Diskrimierung der LGBTQ2 entschuldigt. Außerdem stellt die kanadische Regierung mehr als 100 Millionen Dollar (65 Millionen Euro) für die Entschädigung von Opfern der Verfolgung sexueller Minderheiten beiseite.

Was war passiert?
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Schwule und Lesben systematisch aus dem Staatsdienst gedrängt – aus Bundesbehörden, der Armee, der Bundespolizei und den Geheimdiensten. (queer)
  • In den Sechzigerjahren hatte Kanadas Polizei Listen mit Namen tausender mutmaßlicher Homosexueller angelegt.
  • Es kamen Maschinen zum Einsatz, bei denen die Reaktion der Pupillen von Verdächtigen auf homosexuelle Pornografie gemessen wurde.

Erst 1969 wurde Homosexualität in Kanada entkriminalisiert – auf Initiative von Trudeaus Vater Pierre, der damalige Justizminister und spätere Premier. Auch Justin Trudeau setzt sich für die Rechte und Gleichberechtigung von Homosexuellen ein. Als erster Regierungschef hisste er auf dem Parlamentshügel in Ottawa die Regenbogenfahne.

(Die 2 am Ende von LGBTQ2 steht übrigens für "two spirit" und meint die LGBTQ-Gemeinde der Ureinwohner.)

Hier ist ein Zusammenschnitt seiner Rede:
Warum gerade jetzt?

In Kanada gibt es mehrere Sammelklagen, die Entschädigung für die Opfer der Diskriminierung fordern. Noch müssen die Details von einem Bundesgericht abgesegnet werden. Vermutlich haben mehrere tausend Menschen Anspruch auf Entschädigung.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Im vergangenen Juni hatte der Bundestag tausende Urteile gegen schwule Männer aufgehoben. Gleichzeitig erhielten Betroffene eine finanzielle Entschädigung – für sie eher ein symbolischer Wert. Erst seit 1994 ist Homosexualität in Deutschland nicht mehr strafbar. (bento)

Bis heute ist es so, dass Männer, die beispielsweise wegen ihrer Homosexualität aus der Bundeswehr entlassen wurden, keinerlei Entschädigung enthalten. Das ist in Kanada nun anders. (queer)


Tech

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