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Justin <3

Justin Trudeau! Der 44-Jährige ist seit etwas mehr als einem halben Jahr kanadischer Premierminister. Schon sein Amtsantritt wurde damals von lokalen und internationalen Medien bejubelt. Aber seither ist die Begeisterung kaum abgerissen. Wir freuen über seine Yoga-Künste, die "New York Times" bejubelte Trudeaus Fotostunde mit Pandababys und das "Time"-Magazin streamte gar live auf Facebook ein Boxtraining in New York:

Was macht Justin Trudeau so beliebt? Die "New York Times" schreibt, er beherrsche das Spiel mit den Medien perfekt – sei also Kanadas erster "viraler Premierminister". Wir haben zehn Punkte zusammengetragen, die dir den politischen Posterboy näherbringen. Wir beginnen mit Gossip – werden aber auch noch politisch:

1. Er hat Style

Oder wie es das Männermagazin GQ schreibt: "That new suave Canadian leader dude".

2. Er ist tätowiert

Viele Politiker gibt es da nicht (oder wir wissen es nicht). Zar Nikolaus II. und US-Präsident Teddy Roosevelt waren tätowiert (BBC), Putin und Obama zeigen heutzutage eher unbefleckte Oberkörper.

Zu Tattoos kann man stehen, wie man will – aber wer eins hat, sollte auf jeden Fall dazu stehen. Tut Trudeau:

3. Er nimmt sich nicht allzu ernst

Siehe seine Wahlkampagne:

Oder seine Äußerungen als Superman-Fan auf der Ottawa Comic Con:

Oder seine Tanz-Skills:

Das alles sind natürlich nur Oberflächlichkeiten. Die kanadische Opposition hat sich bereits beschwert, dass Trudeau ständig mit Freunden und Familie auf Staatsempfängen um die Welt reise, anstatt mit seinem Kabinett an Verhandlungstischen zu sitzen (Huffington Post Canada).

Aber auch wenn Trudeau sich nicht so ernst nimmt, seine Politik nimmt er umso ernster. Denn:

4. Er hat das coolste Kabinett der Welt

Die 30-köpfige Mannschaft besteht zur Hälfte aus Frauen und Männern und versucht, die Vielfalt der kanadischen Gesellschaft abzubilden. Das heißt, vom Inuit zum einstigen Flüchtling, vom Sikh zum Eishockeyspieler sind alle dabei. (Prime Minister of Canada, "The Guardian")

Auf die Frage, was der bunte Mix soll, antwortete Trudeau simpel: "Because it's 2015"

5. Er geht den Klimawandel an

Gemeinsam mit den meisten Ländern hat sich Kanada zur Reduzierung von Treibhausgasen verpflichtet – nach dem im vergangenen Herbst in Paris ausgehandelten Abkommen. Damit das klappt, investiert die kanadische Regierung nicht nur in die eigene Drosselung, sondern stellt auch umgerechnet 1,8 Milliarden Euro Umwelthilfe für ärmere Länder zur Verfügung. (CBC)

6. Er handelt in der Flüchtlingsfrage

Trudeau hat bereits mehr als 27.000 Flüchtlinge aus Syrien ins Land geholt – und bringt sie dort über sein Programm #WelcomeRefugees mit Privatpersonen und Unternehmen zusammen. Die Zahl mag im Vergleich zu knapp fünf Millionen syrischen Flüchtlingen (UNHCR) zunächst klein wirken, aber wichtig ist die Geste: Schutzsuchende rein ins Flugzeug und mit willkommender Hand am Flughafen abholen.

7. Er gibt Kanada neue außenpolitische Bedeutung

Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs hat Trudeau in seinem ersten halben Jahr im Amt getroffen, dazu jede Menge Investoren und Wirtschaftsgrößen (Huffington Post Canada). Und der "Guardian" schreibt: "Trudeau is making Canada look great, especially in the wake of his predecessor."

Das ist nahe am Wahlspruch von US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump"Make America Great Again". Aber anders als Trump wirbt Trudeau nicht mit Separation und Populismus, sondern mit Inklusion und einer gewissen Easyness.

8. Er sagt Nein zum Krieg

Eine der ersten Amtshandlungen Trudeaus war es, die kanadische Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien zu beenden (BBC). Kampfflugzeuge hatten an der Seite der USA gegen die Islamisten gekämpft. Während der US-amerikanische Umgang mit Terroristen kritisiert wird, sucht Kanada nach einem neuen Weg: unter anderem mit Hilfe zur Selbsthilfe für afrikanische und nahöstliche Staaten. Allerdings: Ein Waffendeal mit Saudi-Arabien wird von Menschenrechtlern scharf kritisiert.

9. Er ist bekennender Feminist
We shouldn’t be afraid of the word feminist. [...] That role we have as men in supporting and demanding equality and demanding a shift is really, really important.
Justin Trudeau ("The Independent")
10. Er vertritt ein modernes Geschlechterbild

Neben der Gleichberechtigung von Mann und Frau setzt sich Trudeau auch für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transmenschen ein. Ein neues Gesetz soll zum Beispiel die Rechte von Transgender-Personen in den kanadischen Menschenrechten verankern und sie vor Diskriminierung schützen. (CBC)

Im Endeffekt ist die Botschaft simpel:


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