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Assange will sich stellen. Unter einer Bedingung.

Über die strafrechtliche Verfolgung des Wikileaks-Gründers Julian Assange streiten Politiker schon seit Jahren. Nun soll es ein Gutachten der Vereinten Nationen richten, das am Freitag veröffentlicht wird.

Assange, der die Überprüfung des europäischen Haftbefehls selbst in Auftrag gegeben hat, kündigt an, sich dem Urteil widerstandslos zu beugen: Er will sich sofort festnehmen lassen. Allerdings nur, wenn das Gutachten gegen ihn ausfällt. Andernfalls fordert er den Abbruch weiterer Strafverfahren und seinen Reisepass zurück.

Um was geht es eigentlich?

Aktuell lebt Assange in London, wo er sich seit drei Jahren in einem kleinen Zimmer der ecuadorianischen Botschaft versteckt. Dort genießt er politisches Asyl. Der Whistleblower sorgte 2010 mit Enthüllungen von politischen Papieren für eine globale Diplomatiekrise. In den USA droht ihm dafür lebenslange Haft. Die schwedische Staatsanwaltschaft hat darüber hinaus Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Assange erhoben. Assange selbst bezeichnet die Verfahren als Verschwörung politischer Gegner, die ihm und WikiLeaks schaden wollen.

Alles nur PR?

Ob sich der Fall Assange am Freitag tatsächlich klären wird ist fraglich. Der Whistleblower ist dafür bekannt, stets kreative Erklärungen für Anschuldigungen zu finden: Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in Schweden erklärte er etwa damit, dass das Land eine "düstere Welt voller Seilschaften und finsterer Machenschaften" sei, die sich vom Rechtsstaat weit entfernt habe.

Noch mehr Whistleblowing, noch mehr Verschwörung