Gesundheitsminister Jens Spahn will mit einem neuen Gesetz die Psychotherapie neu regeln: Bevor psychisch kranke Menschen zu Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in die Sprechstunde können, sollen sie von einem Experten begutachtet werden. Dieser soll dann auch über die Behandlung entscheiden. 

Kritiker warnen nun: So werden Patienten "aussortiert". Psychotherapeuten machen deshalb gegen Spahns geplante Änderung mobil – eine Petition wurde bereits von mehr als 93.000 Menschen unterschrieben

1 Was genau will Spahn ändern?

Seit dem 1. April müssen Menschen, die sich um eine Therapie bemühen, zunächst eine psychotherapeutische Sprechstunde besuchen. Die soll auch dazu genutzt werden, abzuklären, welche Art der Therapie angewandt weren soll. 

Doch genau diese Regelung will der Bundesgesundheitsminister jetzt ändern – stattdessen soll eine weitere Instanz darüber entscheiden, welcher Patient wie schnell zu einer Psychotherapeutin gehen kann. Die Therapeuten sollen dann auch zugewiesen werden.

2 Was wird daran kritisiert?

"Ob diese Person wirklich innerhalb so kurzer Zeit fundiert entscheiden kann, ob für den Patienten Psychotherapie, Medikamente oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe das Richtige ist, ist fraglich", sagte Ariadne Sartorius zu bento. Die Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche ist im Vorstand des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten und hatte die Idee zur Petition.

Ariadne Sartorius

De facto ginge es bei dem Passus im Gesetz darum, Menschen "auszusortieren und aus der psychotherapeutischen Versorgung auszugrenzen". Der Hintergrund sei, dass es in manchen Regionen zu wenige zugelassene Psychotherapeuten gebe.

Unter dem Deckmantel der Verbesserung wird aber die Versorgung tatsächlich verschlechtert.
Ariadne Sartorius

Mit der Zuweisung von Patientinnen und Patienten an die Psychotherapeuten werde außerdem die freie Auswahl ihres Behandlers beschnitten, kritiseren die Psychotherapeuten-Verbände.

Doch das ist noch nicht alles: Therapeutinnen wie Ariande Sartorius fühlen sich von den Plänen diskriminiert – schließlich stelle der Gesundheitsminister damit ihre Qualifikation in Frage. "Es gibt da leider ein paar Stimmen, die Herrn Spahn ins Ohr geflüstert haben, dass wir nicht entscheiden können, welche Behandlungsmaßnahme die richtige ist", so Sartorius zu bento. Es gebe allerdings Studien der kassenärztlichen Vereinigung, die dem widersprächen. "Wir behandeln ja ohnehin schon nicht alle, die sich bei uns melden."

Genau dafür, um herauszufinden, welche Behandlung die beste ist, gebe es auch bereits die psychotherapeutische Sprechstunde. Wie erfolgreich die ist, sollte nun erst einmal untersucht werden, bevor es zu einer neuen Regelung kommt, wie sie Spahn vorschwebt.

3 Wie geht es jetzt weiter?

Sartorius reichte gemeinsam mit den Psychotherapeuten-Verbänden eine Petition gegen den Passus in Spahns Gesetzentwurf ein – in den vergangenen Tagen stieg die Zahl der Unterschriften sprunghaft an und erreichte die nötigen 50.000 Unterschriften, damit die Forderungen im Petitionsausschuss des Bundestags angehört werden können. In einer öffentlichen Beratung des Ausschusses wird dann darüber diskutiert – und entschieden, ob es Thema für den Bundestag wird.

Die große Anzahl der Unterschriften spricht dafür, dass sich längst nicht nur Psychotherapeutinnen dagegen wehren, sondern auch die Menschen, um die es geht: die Patientinnen und Patienten. Das glaubt auch Ariadne Sartorius: 

Je mehr unterschreiben, desto deutlicher wird es: Die Bevölkerung will das nicht.

In einer Stellungnahme des Bundesrats zu Spahns Gesetzentwurf wurde die Veränderung ebenfalls abgelehnt. Und auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, forderte die Streichung des Passus. Spahn dürfe nicht länger den deutlichen Gegenwind ignorieren. (Süddeutsche Zeitung)


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