Bild: dpa/Hani Mohammed

Hudaidah ist ein verschlafenes Fischerstädtchen im Jemen – mit einem Hafen, über den das ganze Land versorgt wird. Von Hudaidah fahren jeden Morgen die Fischer aufs Rote Meer, hier landen zudem die Handelsschiffe an, die den Jemeniten Lebensmittel und Medikamente bringen.

In den vergangenen Wochen allerdings war es anders: Im Jemen herrscht Krieg. Das mächtige Nachbar Saudi-Arabien hat eine Blockade verhängt, sie gilt zu Luft, zu Land und zur See. Damit sollte verhindert werden, dass Rebellen im Land neue Waffen und Munition bekommen. (bento)

Ein Fischer im Hafen von Hudaidah.(Bild: Marc Röhlig)

Tatsächlich schadete die Blockade vor allem den Zivilisten, Millionen sind von einer Hungersnot bedroht, Tausende leiden unter einer Cholera-Epidemie.

Nun hat Saudi-Arabien nachgegeben – und erstmals nach drei Wochen die Blockade wieder gelockert.

5500 Tonnen Mehl erreichten am Sonntag per Schiff den Hafen von Hudaidah. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. (SPIEGEL ONLINE)

Gleichzeitig konnten Flugzeuge der Uno und des Roten Kreuzes mit Hilfslieferungen in der Hauptstadt Sanaa landen. Laut Unicef konnten so dringend benötigte Impfstoffe für Kinder ins Land geschafft werden:

Dass Saudi-Arabien eingelenkt hat, liegt höchstwahrscheinlich am großen öffentlichen Druck der Uno und mehreren Menschenrechtsorganisationen.
  • Saudi-Arabien führt im Jemen einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran.
  • Beide Seiten wollen mehr Macht im Nahen Osten, sie rüsten unter anderem im Irak und in Syrien Milizen und Soldaten aus.
  • Der Jemen ist ein weiterer Schauplatz im Machtkampf – allerdings trifft es die Menschen im ärmsten Land der Region besonders hart:
In den vergangenen drei Monaten wurden mehr als 360.000 Cholera-Verdachtsfälle registriert – und fast 2000 Todesfälle. (Oxfam)
Mehr als 20 Millionen Menschen im Jemen brauchen dringend Hilfe, darunter zehn Millionen Kinder (Save the Children).
Insgesamt sind sieben Millionen Jemeniten von einer akuten Hungersnot bedroht.
Etwa 5000 Kinder sind im Krieg bereits ums Leben gekommen, alle zehn Minuten stirbt laut der Uno ein Kind unter 5 Jahren.
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Vorbei ist der Krieg jedoch nicht. Saudi-Arabien hat das Land weiter im Griff. 

Und Deutschland hat seinen Anteil daran:


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G20-Prozess: Fabio ist frei – gegen 10.000 Euro Kaution
Was ist passiert?

Mehr als vier Monate saß Fabio V., 18, in einem Hamburger Gefängnis in Untersuchungshaft. Am Montag ist der G20-Demonstrant nun gegen die Zahlung einer Kaution von 10.000 Euro entlassen worden. Das sagte ein Gerichtssprecher zu bento. Das Urteil im Prozess steht allerdings noch aus.

  • Bereits am Freitag hatte das das zuständige Oberlandesgericht entschieden, dass Fabio gegen die Zahlung einer Kaution freikommt. Mittlerweile seien alle Formalitäten geklärt worden, sagte der Sprecher.
  • So habe Fabios Mutter die Kaution hinterlegt, sie habe allerdings noch auf den Namen des 18-Jährigen umgeschrieben werden müssen.
  • Außerdem hätten Fabios Anwälte eine Zustellungsvollmacht unterschreiben müssen, falls er nicht zu einem Gerichtstermin erscheinen sollte.