Ein Bild und seine Geschichte

Im Jemen herrscht derzeit die schlimmste Hungersnot der Welt. Laut Unicef drohen in dem Bürgerkriegsland 14 Millionen Menschen zu verhungern – die Hälfte davon sind Kinder. 

Mit drastischen Bildern machte die "New York Times" vergangene Woche auf die humanitäre Katastrophe in dem Land aufmerksam. Vor allem das Foto der siebenjährigen Amal Hussain ging um die Welt, ihr abgemagerter Körper bestand nur noch aus Haut und Knochen. Jetzt ist Amal tot

Wer ist Amal?

Vor drei Jahren zwangen saudi-arabische Luftschläge Amals Familie zur Flucht aus ihrer Heimat im Nordwesten des Jemen. Dort liegt auch die Hochburg der Huthi-Rebellen, die Saudi-Arabien massiv bekämpfen. 

Viele Familien leben seitdem in den Flüchtlingscamps des Landes, es fehlt an allem. Das Foto von Amal entstand in einem mobilen Krankenhaus, wo die Siebenjährige wegen akuter Unterernährung behandelt wurde. Doch die Milch, die ihr gegeben wurde, erbrach sie wieder, zudem litt sie an Durchfall. Wenige Tage vor ihrem Tod wurde Amal aus dem Krankenhaus entlassen – nicht weil sie gesund war, sondern weil Platz gemacht werden musste für neue Patientinnen und Patienten.

Schon jetzt sind 1,8 Millionen Kinder im Jemen von akuter Unterernährung betroffen, 400.000 sind sogar schwerer akuter Unterernährung ausgesetzt. Vergangenes Jahr litt das Land unter der schlimmsten Cholera-Epidemie der modernen Zeit, mit mehr als einer Million Fällen. 

Laut Uno-Einschätzung handelt es sich um die schwerste humanitäre Krise weltweit. Mehr als 22 Millionen Einwohner des Landes sind auf Hilfe angewiesen – das sind mehr als drei Viertel der Bevölkerung. 

Was sind die Hintergründe des Konflikts im Jemen?

Der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Truppen der Regierung des Landes begann bereits im Sommer 2004. Zur Eskalation kam es 2015, als die Rebellen die Macht im Land übernahmen und das Parlament auflösten. Kurz darauf startete Saudi-Arabien gemeinsam mit anderen Ländern der arabischen Welt seine Angriffe auf das Land. 

Laut dem Unicef-Regionaldirektor Geert Cappelaere sind seitdem im Jemen mindestens 6000 Kinder getötet oder schwer verletzt worden – die wahre Zahl aber sei wahrscheinlich viel höher. (Tagesschau.de)

Wie geht es weiter?

Die USA drängen Saudi-Arabien derzeit zu einem Ende der Kampfhandlungen im Jemen. Außenminister Mike Pompeo kündigte noch für diesen Monat neue Gespräche an. 

Doch selbst, wenn es bald zu einem Ende des Krieges kommen sollte, ist es ein langer Weg hinaus aus der humanitären Katastrophe, sagt Cappelaere. Das Land benötige danach einen umfassenden Wiederaufbau. Der Krieg verstärke lediglich die ohnehin schon schlimme Situation nach Jahren der Unterentwicklung.


Streaming

Mark Forster macht "The Voice" kaputt

Das Tor öffnet sich, ein junger Mann mit Wuschelhaar betritt die Bühne, ein Mikrofon fest umklammert. Vor ihm: 5 Stuhllehnen.

90 Sekunden hat er nun, um diese Stühle dazu zu bringen, sich umzudrehen. Nur mit seiner Stimme.

"The Voice of Germany", das sollte mal das bessere DSDS sein. 

Eine Castingshow ohne unter Tränen vorgetragene Lebensgeschichten und ohne Frauen, die nur weiterkommen, weil sie Dieter Bohlens Typ sind. Deshalb sitzt die Jury bei den "Blind Auditions" mit dem Rücken zur Bühne und soll nur anhand der Stimme entscheiden. 

Das unaufgeregte Konzept ging auf: "The Voice of Germany" erreichte gute Quoten, war die Castingshow, die man gucken konnte, ohne sich vor den Freunden rechtfertigen zu müssen.

Doch offenbar reicht das den Machern nicht mehr. Denn inzwischen geht es bei "The Voice" vor allem um eins: Darum, dass die Jurymitglieder ("Coaches") in zwei Stunden maximal viel Theater um sich selbst machen können. Besonders tut sich dabei aktuell Mark Forster hervor. 

Und die Kandidaten ("Talents") und ihre Stimmen verkommen endgültig zu Statisten.

Der Mann mit dem Wuschelhaar zum Beispiel. 90 Sekunden lang steht er dort mit seinem orangefarbenen Hemd und geschlossenen Augen, singt Ed Sheerans Lied über seine verstorbene Großmutter. Ein guter Auftritt, zwei der Jury-Mitglieder drehen sich um.

Doch sobald der Sänger den Mund schließt, geht es los mit dem Jury-Theater. Denn wenn sich mehr als ein Coach umdreht, bedeutet das: Es muss darum "gekämpft" werden, in welchem Team er landet.