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Immerhin zeigt er schöne Schautafeln.

Saudi-Arabien führt im bettelarmen Nachbarland Jemen seit drei Jahren Krieg. Mehr als 10.000 Zivilisten wurden getötet, das Land ist zerbombt, eine schwere Cholera-Epidemie brach aus.

Nun kam der saudische Kronprinz, der den Krieg verantwortet, zum Staatsbesuch nach Washington – und US-Präsident Donald Trump empfing ihn mit schönen Schautafeln.

Darauf zu sehen: Bilanzen, die zeigen, wie gut das Militärbündnis zwischen den USA und Saudi-Arabien läuft, Kriegsgerät, das in die Wüste verkauft wurde, Deals, die neu abgeschlossen wurden. 

Hier ein Foto vom Treffen zwischen Kronprinz Mohammed bin Salman und Trump im Oval Office:

(Bild: Getty Images)

Salman – nach seinen Initialen auch "MbS" genannt – gilt seit gut einem Jahr als neuer starker Mann in dem erzkonservativen Saudi-Arabien. Er ist erst 32 Jahre alt, und hat das Königreich im Eiltempo umgebaut.

Als Verteidigungsminister hatte Salman im März 2015 den Jemenkrieg begonnen und es als kurze, schnelle Militäroperation angekündigt. Saudi-Arabien wollte Rebellen bekämpfen, die angeblich vom Erzfeind Iran unterstützt werden.

Das ist bis heute nicht gelungen, Islamisten von Al-Qaida haben mehrere Gebiete erobert, ein normales Leben ist kaum mehr möglich:

In den vergangenen drei Monaten wurden mehr als 360.000 Cholera-Verdachtsfälle registriert – und fast 2000 Todesfälle. (Oxfam)
Mehr als 20 Millionen Menschen im Jemen brauchen dringend Hilfe, darunter zehn Millionen Kinder (Save the Children).
Insgesamt sind sieben Millionen Jemeniten von einer akuten Hungersnot bedroht.
Etwa 5000 Kinder sind im Krieg bereits ums Leben gekommen, alle zehn Minuten stirbt laut der Uno ein Kind unter 5 Jahren.
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Nun hat Trump gegenüber Salman von einer "großartigen Freundschaft" gesprochen. 

Die Beziehungen seien "wahrscheinlich so stark wie nie zuvor – wir verstehen einander", sagte Trump. Er lobte, dass Saudi-Arabien viel Geld für Rüstungsgüter aus den USA ausgeben. 

"Saudi-Arabien ist ein sehr reiches Land, und sie werden hoffentlich einen Teil dieses Reichtums an die USA abgeben [...] durch den Kauf der besten Militärausrüstung in der Welt."

Aktuell hätten die Saudis Waffen im Wert von 12,5 Milliarden Dollar gekauft, so Trump.

Dass die USA so viele Waffen für das Bombardement im Jemen bereitstellen, liegt auch daran, dass der US-Senat großzügig wegschaut.

Während Salman im Weißen Haus zu Besuch war, debattierte der Senat, ob die US-Militärhilfen für Saudi-Arabien eingestellt werden sollen. Republikanern und Demokraten hatten dafür gemeinsam eine Initiative gestartet. (Vox)

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Der Senator Mike Lee twitterte, wenn man die Resolution nicht annehme, gebe man sich bewusst "blind" für das Leid im Jemen:

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Und der Senator Chris Murphy nannte die Abstimmung eine "Bauchentscheidung" darüber, ob der Tod von Zivilisten und der Cholera-Ausbruck weiter unterstützt wird:

Wie es ausging?

Lee, Murphy und ihre Kollegen konnten nicht genug Stimmen sammeln: 55 Senatoren stimmten gegen die Änderung, nur 44 dafür. Saudi-Arabien bekommt also weiter Geld für seinen Krieg im Jemen.


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