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Er berichtet über vertrauliche Treffen.

Einst hatte Donald Trump ihn gefeuert, jetzt geht der ehemalige FBI-Direktor James Comey hart mit dem US-Präsidenten ins Gericht und beschimpft ihn in seinem neuen Buch. Trump sei "unethisch" und "losgelöst von der Wahrheit", heißt es in dem Werk "A Higher Loyalty“, das am Dienstag in den USA erscheinen soll. Verschiedenen Medien liegt bereits eine Ausgabe vor.

Die wohl heftigste Attacke: Comey nennt Trump eine "Art Mafiaboss", er habe sich an seine Zeit als Staatsanwalt in New York erinnert gefühlt, damals habe er gegen Mafiabosse ermittelt. (Washington Post)

Worum geht es in dem Buch?

Vor allem ist das Buch eine 304 Seiten lange Abrechnung mit Trump, in der Comey unter anderem detailliert Begegnungen mit dem US-Präsidenten schildert. Dabei beruft er sich auf persönliche Notizen über Gespräche unter vier Augen. Details von den Treffen hatte Comey nach eigener Aussage notiert, weil er zunehmend Zweifel an der Integrität des Präsidenten gehegt habe. (Welt)

Trump hatte Comey im Mai 2017 gefeuert. Bis dahin war er FBI-Chef. Comey ist überzeugt: Trump habe ihn gefeuert, weil er zu Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland ermittelt habe. Ob Trump damit die Justiz behindert habe, könne er nicht abschließend beurteilen. Der Präsident selbst begründete Comeys Entlassung damit, dass Comey die FBI-Ermittlungen zu Hillary Clintons E-Mail-Affäre schlecht gehandhabt habe.

Comeys Entlassung führte zur Einsetzung eines Sonderermittlers. Der prüft eine mutmaßliche russische Einmischung in die US-Wahl 2016 und den Vorwurf, dass Trump mit dem Rauswurf Comeys die Justiz behindert habe. Der Präsident weist das zurück, nennt Comey einen Lügner.

Was schreibt Comey noch über Trump?

  • Trump fordere absolute Loyalität,
  • er sehe die ganze Welt gegen sich
  • und lüge in jeder Hinsicht.
  • Trump wolle die Grenzen zwischen Polizeiarbeit und Politik verwischen.
  • Er sei offenbar besessen davon gewesen, mit Gerüchten über einen Moskau-Aufenthalt aufzuräumen – und bat Comey offenbar indirekt, seine Version der Dinge zu beweisen.
  • So wollte Trump laut Comey zeigen, dass nicht – wie in einem Dossier behauptet – russische Prostituierte in einem Hotelzimmer in Moskau auf Trumps Bett uriniert hätten.
  • Laut Comey sagte er: "Ich würde nie jemanden auf mein Bett urinieren lassen."

Comeys Fazit:

Donald Trumps Präsidentschaft bedroht vieles von dem, das in dieser Nation gut ist.
James Comey

Gerechtigkeit

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Ein Umstyling der anderen Art.

Bluse, Perlenohrringe, gerader Blick: Die Dame an der Bar wirkt wie eine Geschäftsreisende. Dabei lebt sie seit zehn Jahren auf der Straße.  Vanessa, 36, hat sich für "Repicturing Homeless" fotografieren lassen. Das Projekt holt Wohnungslose vor die Kamera – und fotografiert sie in einem ganz anderen Kontext. 

Wir haben mit Hubert Ostendorf über das Projekt gesprochen: Er leitet die Redaktion des Straßenmagazins "fiftyfifty" und hat an "Repicturing Homeless" mitgearbeitet.