Bild: Getty Images/Jochen Zick
Das sagen Merkel, Schulz und Steinmeier.

Die Jamaika-Koalition kommt nicht zustande. Am späten Sonntagabend zog sich die FDP aus den Verhandlungen zurück. Und nun? Steht plötzlich wieder die SPD unter Druck. Warum will sie nicht mitregieren? Auch auf CDU-Chefin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt es nun an. Drei große Fragen stehen im Raum:

  • Stimmt die SPD doch noch einer großen Koalition zu?
  • Strebt Bundespräsident Steinmeier Neuwahlen an – oder redet er den Parteien ins Gewissen?
  • Minderheitsregierung oder Neuwahlen – was will Angela Merkel?

Hier sind die Antworten in drei Zitaten:

Was sagt Angela Merkel?
(Bild: dpa/Thomas Kierok/ZDF)
Ich bin eine Frau, die Verantwortung trägt und bereit ist, sie auch weiter zu übernehmen.
Angela Merkel

Angela Merkel (CDU) würde erneut als Kanzlerkandidatin antreten, falls es zu Neuwahlen kommt. Das sagte sie in einem Fernsehinterview mit der ARD.

  • Einen möglichen Rückzieher bezeichnete sie als "komisch".
  • Sie habe nie an Rücktritt gedacht, auch eigene Fehler in den Sondierungsgesprächen könne sie nicht erkennen.
  • Eine große Koalition schloss sie nicht aus. Sie sei zu Gesprächen mit der SPD bereit.
  • Erst einmal habe allerdings Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Heft in der Hand.
  • Von einer Minderheitsregierung hält Merkel offenbar nicht viel. "Ich bin sehr skeptisch", sagte sie. Neuwahlen seien der bessere Weg.
  • Zum Angebot der AfD, eine Minderheitsregierung aus FDP und Union tolerieren zu wollen, sagte sie: "Ich werde mich nicht von Stimmen der AfD abhängig machen. Das ist vollkommen klar."
Was sagt Steinmeier?
(Bild: dpa/Maurizio Gambarini)
Ich erwarte von allen Gesprächsbereitschaft, um eine Regierungsbildung in absehbarer Zeit möglich zu machen.
Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte an die Verantwortung aller Parteien und sprach sich vorsichtig gegen sofortige Neuwahlen aus.

  • Wer sich in Wahlen um Verantwortung bewerbe, "darf sich nicht drücken, wenn man sie in den Händen hält."
  • Er wolle mit allen Parteien, bei denen das Programm eine Koalitionsbildung nicht ausschließe, Gespräche führen.
  • Vor allem dürfte sich Steinmeiers Appell an die SPD richten.
Was sagt Schulz?
Wir scheuen Neuwahlen unverändert nicht.
Martin Schulz, SPD-Parteichef

Martin Schulz (SPD) geht davon aus, dass es nun zu Neuwahlen komme. Das sagte der SPD-Parteichef in Berlin.

  • Eine große Koalition schließt die SPD weiter aus. Das beschloss der Vorstand.
  • Einzelne SPD-Abgeordnete hatten zuvor das kategorische Nein zur großen Koalition nicht wiederholt, der Hamburger Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs mahnte, "die SPD müsse sich neu sortieren". Er vertritt den rechten Flügel der SPD.
  • Schulz betonte, im Fall von Neuwahlen habe er das Vorschlagsrecht für einen Kanzlerkandidaten. Er ließ aber offen, ob er selbst erneut antreten würde. Für den Parteivorsitz wolle er aber kandidieren.

Aus Jamaika wird nichts. Aber ist das wirklich so schlimm?

Nein, findet unser Redakteur Marc. Hier ist sein Videokommentar:

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