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Was ist passiert?

Der Internationale Gerichtshof hat Japan verboten, Wale zu töten – dennoch läuft die japanische Flotte wieder aus, um genau das zu tun. Am Dienstag wird ein Schiff in See stechen, um "Walforschung" zu betreiben, wie es die japanische Regierung nennt. Die Proteste von Umweltschützern und den Vereinten Nationen sind der Staatsführung egal.

Wie rechtfertigt Japan das Töten der Wale?

Die kommerzielle Jagd auf Großwale ist seit 1986 verboten. Japan umgeht das Verbot, indem es eine Ausnahmeregelung ausnutzt. Nach dieser dürfen Wale zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden.

Doch das japanische Programm dient nicht der Wissenschaft, sondern ist nur ein Vorwand für den kommerziellen Zweck. Umweltschützer und auch der Internationale Gerichtshof in Den Haag, das höchste Gericht der Vereinten Nationen, bescheinigen dies – und das Gericht verbot Japans Walfang-Programm.

In den vergangenen 25 Jahren haben japanische Waljäger mehr als 10.000 Großwale in den antarktischen Gewässern getötet. Die Regierung leugnet nicht, dass das Fleisch der Tiere in Japan verzehrt wird.

Wie reagiert Japan auf das Verbot?

Fast gar nicht. Die Regierung hatte angekündigt, den Walfang für ein Jahr auszusetzen, ihn aber langfristig wieder aufnehmen zu wollen. Inzwischen hat Tokio zugesichert, zukünftig etwas weniger Wale zu töten. Statt tausend sollen es in diesem Jahr 333 Minkwale sein.

Schon zuvor hatte die die Internationale Walfangkommission (IWC) die Pläne Japans wiederholt abgelehnt. Die Walschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation kritisierte: "Die japanische Regierung ignoriert die Stimme der Wissenschaft und widersetzt sich der IWC."