Bild: Getty Images/Lisa Maree Williams
"So jung, so klug, so attraktiv."

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern ist seit einigen Monaten Regierungschefin. Mehr noch als ihre politische Agenda scheint die Öffentlichkeit aber ihr Privatleben zu interessieren; zumindest ließe sich das aus einem Interview des australischen TV-Formats "60 Minutes" schließen.

Interviewer Charles Wooley fragte die 37-jährige Politikerin nicht nur zur Geburt des Kindes - sondern auch danach, wann genau sie es gezeugt habe.

"Ich habe schon viele Premierminister getroffen, aber keiner so jung und so klug, und keiner war jemals so attraktiv", sagte Wooley zu Beginn der Sendung über die Politikerin. Später ging es so weiter: "Eine wirklich wichtige politische Frage muss ich Ihnen stellen: Wann genau wird das Baby geboren?", fragte Wooley Ardern und ihren Partner Clarke Gayford. "Das ist interessant, weil nun viele Leute zurückrechnen, wann das Baby gezeugt wurde", ging es weiter.

Ardern, sichtlich überrascht, antwortete, das Kind sei nach den Wahlen gezeugt worden. "Ich möchte da aber nicht weiter ins Detail gehen."

"Unglaublich schmerzhaft", kommentierte ein Twitter-Nutzer das Interview. Ein anderer schreibt: "Warum hat '60 Minutes' ihren merkwürdigsten Interviewer zu Jacinda Ardern geschickt? Igitt."

Die australische Autorin Belinda Barnet entschuldigte sich bei den Neuseeländern. "Man kennt das: Jeder hat so einen komischen Onkel, dem man auf Weihnachtsfeiern aus dem Weg gehen will. Entschuldigung, dass wir ihn zu euch geschickt haben, um die Premierministerin zu interviewen."

Auf ihrem Facebook- und Twitter-Account hatte die neuseeländische Regierungschefin ihre Schwangerschaft im Januar öffentlich gemacht. "Unser Team wächst von zwei auf drei", schrieb Ardern. Wie viele andere Eltern würden auch sie künftig zwei Dinge unter einen Hut bringen – die Politik und das Elternsein. Ihr Partner, der eine eigene Angelsendung im TV hat, werde "der First Man des Fischens" sein und "Hausmann".

In einer weiteren Erklärung teilte Ardern mit, sie nehme ihre Pflichten als Premierministerin genauso ernst wie die als Mutter. Nach der Geburt wolle sie sechs Wochen lang eine Auszeit nehmen, in dieser Zeit werde der stellvertretende Premierminister Winston Peters die Regierungsgeschäfte übernehmen. Er ist der Vorsitzende von Arderns Koalitionspartner New Zealand First (NZF). Von ihrer Schwangerschaft habe sie am 13. Oktober erfahren, sagte Ardern – nur wenige Tage später wurde sie als Ministerpräsidentin vereidigt.

Ardern ist eine von wenigen Regierungschefinnen, die während ihrer Amtszeit schwanger wurden. Benazir Bhutto war 1990 Pakistans Premierministerin, als sie ihre Tochter Bakhtawar bekam.


Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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