Bild: Daniel Dal Zennaro/ANSA/dpa
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Was ist passiert?

Immer wieder hatte es im Mittelmeer in den vergangenen Wochen Streit um private Rettungsschiffe mit Flüchtlingen an Bord gegeben: Erst sperrte Italien der "Aquarius" die Häfen, anschließend durfte auch die "Lifeline" nicht einfahren. Dazwischen durfte jedoch ein Containerschiff mit 100 Geflüchteten an Bord anlegen – allerdings erst nach einigen Tagen Diskussion. (bento)

In der Nacht zum Sonntag ging das irische Marineschiff "Samuel Beckett" mit 106 Flüchtlingen an Bord im sizilianischen Hafen von Messinavor Anker – doch in Zukunft soll auch das nicht mehr möglich sein. (SPIEGEL ONLINE)

Via Twitter machte Italiens Innenminister Matteo Salvini klar: Er will künftig die Häfen auch für internationale Rettungseinsätze sperren.

Der Tweet kam wenige Tage vor einem EU-Ministertreffen in Innsbruck an. "Leider" hätten die italienischen Regierungen der vergangenen fünf Jahre Vereinbarungen unterschrieben, wonach "all diese Schiffe die Migranten in Italien abladen" dürften, schrieb Salvini.

Wie geht es weiter?

Libyen ist als Transitland ohnehin sehr gefährlich, nun macht Italien komplett dicht – die Hauptroute von Flüchtlingen könnte sich daher ändern. Das sagt auch Fabrice Leggeri, Chef der EU-Grenzschutzbehörde Frontex. (Zeit Online)

Laut ihm könne daher die Route über Marokko nach Spanien die wichtigste Route für Flüchtlinge nach Europa werden, sollte der bisherige Trend anhalten – bereits im Juni seien die Zahlen gestiegen. Im Transitland Niger gebe es bereits Schleuser, die den Menschen das "alternative Angebot" über Marokko bieten.


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Lia gibt geflüchteten Jugendlichen neues Selbstvertrauen – durch Beatboxing
"Diesen ganzen Integrationsscheiß hinter sich lassen"

Mit 15 Jahren sah Lia Şahin bei TV-Total einen Beatboxer. Von da an übte sie es verbissen jeden Tag. 13 Jahre später hat sie es geschafft: Bei Rap For Refugees in Hamburg arbeitet sie als Beatbox-Lehrerin und will jungen Geflüchteten dabei helfen, selbstbewusster zu werden. 

Geflüchtete meint in Lias Verein nicht nur Menschen, die vor Krieg geflohen sind. Denn flüchten, so die Initiatoren, kann man vor vielem. Auch vor seinen eigenen Dämonen. Oder einem intoleranten Umfeld. 

So war es auch in Lias Fall. Was ihr Comingout mit ihrer Leidenschaft für Beatbox gemacht hat und was sie von den Kindern in ihrer Rap For Refugees-Gruppe gelernt hat, erzählt sie im Video.