Bild: Jordan Whitfield/Unsplash

Die Kanadierin war kurz im Zug eingeschlafen, als sie merkte, dass er zum Stehen kommt. Sie dachte, sie sei schon in Mailand, ging in aller Eile zum Ausgang – und nahm die falsche Tür. Auf der falschen Seite. Die Tür öffnete sich, ein Zug kam entgegen, sie wurde erfasst. (SPIEGEL ONLINE

Das Bein der 83-Jährigen musste am Bahnhof im norditalienischen Piacenza amputiert werden. Das ist eine schlimme Geschichte. Sie könnte hier enden. Doch es geht noch weiter.

Ein Reporter der Zeitung "La Libertà" war vor Ort. Giorgio Lambri sah etwas Unfassbares:.

Da stand jemand, der ein Selfie mit Victory-Zeichen machte, während die verletzte Frau im Hintergrund gerade von Notärzten behandelt wurde.

Der Journalist machte ein Foto von dem Kerl und rief die Polizei. 

Die Polizei forderte den Kerl auf, das Bild umgehend von seinem Smartphone zu löschen, und nahm seine Personalien auf. Ob gegen ihn vorgegangen werden kann, wird noch geprüft.

Konsequenzen hat sein Verhalten auf jeden Fall schon in der öffentlichen Debatte.

Das Bild Giorgio Lambris schaffte es auf die Titelseiten

Auf Facebook schreibt Lambri: "Wir haben jeden Sinn für Moral verloren". In "La Libertà" zitierte er Experten, die einen "schaurigen und irrealen Narzissmus" unter Jugendlichen anprangern, einen Mangel an Empathie und eine maßlose Egopathie.

Die italienische Zeitung "La Stampa" widmete dem Vorfall einen Kommentar, in dem von einem "Krebsgeschwür, das das Internet zersetzt" die Rede ist.

Auch in Deutschland ist das Gaffen ein Thema.

Eines, das angegangen wird. Denn Gaffen kann sogar süchtig machen. (bento)

In Mainz etwa hat die Feuerwehr eine "Gafferbox" entworfen. In einem neun Quadratmeter großen Raum befinden sich lebensgroße Bilder von Schaulustigen. Wer den Raum betritt ist also entweder den Blicken der Gaffer ausgesetzt oder wird selbst zu einem. Eine Säule zeigt schockierende Fotos von Unfallopfern. Um sie zu sehen, muss eine Klappe angehoben werden. Das schlechte Gefühl gibt es gratis dazu.

Zwei Studenten aus Osnabrück wiederum haben einen Kurzfilm namens "Sei kein Gaffer" produziert. Der soll zeigen, wie es sich anfühlen muss, selbst bei einem Unfall gefilmt zu werden. 


Grün

Bereits 50 Länder kämpfen weltweit mit Gesetzen gegen mehr Plastikmüll

Plastikmüll weltweit reduzieren – dieses Ziel wollen die Vereinten Nationen (Uno) erreichen. Im aktuellen Report analysierte die Uno anlässlich des Weltumwelttags die Plastikpolitik verschiedener Länder und zeigt Möglichkeiten auf, Plastikmüll durch alternative Stoffe zu ersetzen. 

Laut des Reports ergreifen jetzt 50 Länder Maßnahmen, um Plastik zu reduzieren, darunter folgende Staaten:

Die Galapagosinseln wollen zum Beispiel Einmal-Plastikbesteck verbieten, Sri Lanka will Styropor verbannen. Weit verbreitet ist auch das Verbannen von Plastiktüten