Bild: dpa/sea-eye.org
Italy First.

Vergangenes Wochenende wies Italien das Rettungsschiff "Aquarius" mit mehr als 600 Flüchtlingen an Bord ab, jetzt verweigern sie erneut ihre Hilfe. (bento)

Auch zwei Rettungsschiffen der deutschen Nichtregierungsorganisationen Sea-Eye und Mission Lifeline verweigerte das Land die Einfahrt. Die Schiffe "Seefuchs" und "Lifeline" werden genutzt, um Menschen zu retten, die in Seenot geraten. 

Was ist in Italien gerade los?

Die neue Regierung will mit aller Härte gegen Flüchtlinge vorgehen. Der neue Innenminister Matteo Salvini droht damit, Häfen für Rettungsboote sogar ganz zu sperren. Die Helfer und die geretteten Menschen blieben dann sich selbst überlassen.

Inzwischen wurde ein Großteil der Flüchtlinge auf der "Aquarius"auf zwei weitere Schiffe verteilt, die von der italienischen Marine und der italienischen Küstenwache geschickt wurden. Gemeinsam sind sie jetzt unterwegs nach Spanien, wo sie voraussichtlich am Sonntag in Valencia ankommen sollen. 

Diese Leute sollten wissen, dass Italien nicht länger diesem illegalen Einwanderungsgeschäft Beihilfe leisten will.
Matteo Salvini, italienischer Innenminister

Salvini will vor allem gegen private Seenotretter vorgehen. Auf Facebook schrieb er: "Von heute an wird auch Italien 'Nein' sagen zu Menschenhandel und zum Geschäft der illegalen Einwanderung." Salvini spielt damit auf die von Rechten verbreitete Verschwörungstheorie an, dass Seenotretter bewusst mit Schmugglern zusammenarbeiten würden.

In einem weiteren Post begründete er am Samstag mit den gleichen Worten, warum er die Schiffe der deutschen NGOs nun auch abweise. 

Buona giornata Amici. Mentre la nave della Ong Aquarius naviga verso la Spagna (arrivo previsto domani mattina) altre...

Gepostet von Matteo Salvini am Samstag, 16. Juni 2018
"Als Minister und Vater können sie mich angreifen und mir drohen, so viel sie wollen, aber ich gebe nicht auf und tue es zum Wohle aller."

Nach amerikanischem Vorbild zählt in Italien unter der neuen Regierung "Italien zuerst."

In Italien regt sich bereits Widerstand gegen diese harte Vorgehensweise. Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando hat bereits angekündigt, sich zu widersetzen. Er gilt bereits seit längerem als Macher, der Palermo von seinem Mafia-Image befreit und in eine weltoffene Stadt verwandelt hat. (Deutschlandfunk/The Guardian)

Nun twitterte er, Palermo werde seinen Hafen für Flüchtlingsboote öffnen.

Mit Material von dpa


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