Bild: dpa/ANSA/Igor Petyx
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Die 450 im Mittelmeer geretteten Menschen dürfen an Land kommen. Am Freitag waren sie mit einem Holzboot unterwegs und wurden von zwei Schiffen gerettet, einem italienischen Kriegsschiff und einem Schiff von Frontex, der europäischen Mittelmeerpatrouille.

Anlegen durften die Schutzsuchenden allerdings nicht. Italiens Innenminister Matteo Salvini will mit einer möglichst harten Abschreckungspolitik Flüchtlinge fernhalten. Über das Wochenende harrten die Geflüchteten so auf den viel zu kleinen Booten aus.

Nun gibt Italiens Regierung doch nach – am Montag durften die 450 Flüchtlinge an Land gehen.

Was konkret seit dem Wochenende mit den Flüchtlingen passiert:

  1. Sie dürfen alle an Land. Die Anlandung habe in Pozzallo auf Sizilien gegen Mitternacht begonnen, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Regierungskreise am Montag.
  2. Zuvor hatten sich bereits Malta, Frankreich, Spanien, Portugal und Deutschland bereit erklärt, je 50 Migranten von den Schiffen aufzunehmen.

Das heißt, dass aber immer noch 200 hätten ausharren müssen. Nun dürfen alle an Land.

Warum das wichtig ist:

Italiens Regierung wollte ursprünglich nicht, dass die Flüchtlinge an Land kommen. Die Regierung sagt, sie will nicht mit den Migranten allein gelassen werden – andere EU-Länder sollen sich an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligen. (bento)

Bereits seit Wochen sperrt Italien daher seine Häfen und beginnt Rechtsstreits mit anderen Ländern wie Malta oder Frankreich, wer Rettungsschiffe anlanden lassen soll. Die Flüchtlinge auf den Schiffen werden so zur Erpressung genutzt, auf engen Booten harren sie zum Teil tagelang ohne Medizin und ausreichend Lebensmittel aus. 

Die nun Geretteten hatte Italien ebenfalls in einer Art "Auktion" an andere EU-Länder weitergeben wollen. Am Sonntag verkündeten der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte auf Facebook, welche EU-Länder ihn bereits Flüchtlinge abnehmen wollen. Die EU-Kommission kritisierte dieses Verhalten am Montag deutlich: Solche Lösungen würden langfristig nicht funktionieren. Es brauche einen erneuten Vorstoß, um echte europäische Lösungen zu erzielen, sagte ein Sprecher.

Wenn nun alle Flüchtlinge an Land können, ist das zunächst ein humanes Zeichen. Es zeigt aber auch, dass Europa noch keinen gemeinsamen Weg im Umgang mit Asylbewerbern gefunden hat – und es schon mit dem nächsten Boot neuen Streit geben wird.


Mit Material von dpa


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