Bild: Orietta Scardino/ANSA/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

Was ist passiert?

Es ist eine Geschichte, wie sie sich in den letzten Wochen im Mittelmeer immer wieder wiederholt: Ein Schiff rettet Migrantinnen und Migranten aus dem Wasser, doch danach will sich kein europäisches Land verantwortlich für sie zeigen.

So ähnlich lief es auch mit der "Diciotti", einem Schiff der italienischen Küstenwache – zwar legte das Schiff am Montag in Sizilien an, jedoch durften die Migranten die "Diciotti" nicht verlassen (bento) – bis jetzt. In der Nacht zum Donnerstag gingen schließlich 27 Jugendliche an Land.

Das berichtete die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Die unbegleiteten Minderjährigen sind laut dem italienischen Innenministerium alle zwischen 14 und 16 Jahre alt. Zurück auf dem Schiff bleiben 150 Menschen, die vor einer Woche von der Küstenwache gerettet worden ist.

Was verlangt die italienische Regierung?

Italiens Innenminister Matteo Salvini will die anderen europäischen Länder in die Pflicht nehmen, Migranten von dem Schiff zu übernehmen. Auch an Deutschland gab es eine Anfrage, die Bundesregierung zögert jedoch mit einer Entscheidung. Aus dem italienischen Innenministerium heißt es, dass die EU-Kommission für diesen Freitag auf eine Sitzung auf Arbeitsebene einberufen habe. 

Salvini schimpfte am Donnerstag auf die Migranten an Bord. "Auf der 'Diciotti' sind nur illegale Einwanderer", erklärte der Chef der rechten Lega und Vize-Premier. Nach Medienberichten hat die Staatsanwaltschaft in Sizilien wegen der Festhaltung der Menschen auf dem Schiff Ermittlungen gegen Unbekannt wegen Freiheitsentzuges aufgenommen. "Es ist ein Unbekannter, ERMITTELT GEGEN MICH!", schrieb Salvini. "Ich bin es, der will, das keine weiteren ILLEGALEN in Italien anlegen."

Was ist bislang auf der "Diciotti" geschehen?

Das Schiff der italienischen Küstenwache hatte am Donnerstag vor einer Woche insgesamt 190 Migranten aus Seenot gerettet. 13 Menschen, die dringende medizinische Hilfe benötigten, brachten die Italiener auf die Insel Lampedusa. Anschließend sollte die "Diciotti" einen Hafen Maltas ansteuern, das Land verweigerte jedoch die Erlaubnis dazu. Seit Montagabend liegt das Schiff nun in dem sizilianischen Hafen. 

Seit ihrem Amtsantritt im Juni hat die rechtspopulistische Regierung Italiens bereits mehreren Schiffen die Einfahrt in die Häfen des Landes verweigert. Der italienische Innenminister will durchsetzen, dass Menschen nach Libyen zurückgebracht werden können – dort drohen ihnen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen allerdings Folter und Sklaverei.

Mit Material von dpa


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