Bei den Auseinandersetzungen zwischen dem israelischen Militär und palästinensischen Demonstranten sind am Montag in Gaza Dutzende Menschen ums Leben gekommen, mehr als 1000 wurden verletzt. Damit handelt es sich um die gewalttätigsten Ausschreitungen seit dem Gaza-Krieg 2014. 

Die Palästinenser hatten gegen die neue Botschaft der USA in Jerusalem protestiert.

Am Montag wurde der Standort offiziell eingeweiht und die US-Botschaft damit von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden. Ausgerechnet am 70. Jahrestag des Staates Israel. 

Worum geht es?

Die US-Botschaft – wie viele andere Botschaften auch – lag bislang in der Hafenstadt Tel Aviv. In Jerusalem selbst hatten die USA nur ein Konsulat. Nun wurde das Schild ausgetauscht. Seit Montagnachmittag steht am Konsulat "Botschaft".

Die Änderung geht auf ein Dekret von US-Präsident Donald Trump zurück (bento). Er will damit offiziell Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Am Montag wurde sie mit 800 Gästen eröffnet, das Militär beschützte die Feier.

Warum sorgt der Streit um die Botschaft für so viel Ärger?

Weil der Status Jerusalems als Hauptstadt umstritten ist:

  • Israel gilt als geteiltes Land: Israel selbst steht unter israelischer Verwaltung, das Westjordanland und der Gaza-Streifen sind teilweise in autonomer Verwaltung durch die Palästinenser. 
  • Israelis wie Palästinenser befanden sich Jahrzehnte lang im Konflikt miteinander, es gab mehrere offene Kriege.
  • Der Friedensprozess zwischen beiden Seiten kommt immer wieder ins Stocken, eine Annäherung wird durch ständige neue Gewaltakte verhindert.
  • Worin sich allerdings Israelis wie Palästinenser einig sind: Wenn man sich einig werden will, muss die Frage nach dem Status von Jerusalem zuletzt gestellt werden.

Israel besetzt den Osten von Jerusalem seit 1967, genau diesen Teil wollen die Palästinenser für sich. International wird Jerusalem daher nicht offiziell als israelische Hauptstadt anerkannt.

Durch seine Hau-Ruck-Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen, hat Trump nun Fakten geschaffen. Den Nahostkonflikt heizt das neu an, für den Friedensprozess gilt nun eine neue Ausgangslage.

Worum geht es im Nahostkonflikt?

Der Nahostkonflikt beschreibt die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Beide Seiten beanspruchen im Nahen Osten das gleiche Stück Land für sich.
Es geht um das Gebiet zwischen den Golanhöhen und der Sinai-Halbinsel:
Für Juden gilt es als Heiliges Land, mit Jerusalem im Zentrum. Für die Palästinenser ist es ihre Heimat – sie fühlen sich von den Juden vertrieben. Als Muslime ist das Gebiet auch für sie heilig.
1947 teilte die Uno das Gebiet – die Juden gründeten in ihrem Teil Israel. Die Palästinenser bezeichnen diesen Moment als "Nakba", Tragödie.
In mehreren Kriegen versuchten danach beide Seiten, Gebiete zurückzuerobern. Arabische Nachbarstaaten halfen den Palästinensern.
Bis heute bleibt jedoch die Pattsituation – die Palästinenser haben immer noch keinen eigenen Staat.
Stattdessen gibt es die sogenannten palästinensischen Autonomiegebiete, mit einem Teil im Westjordanland und einem im Gazastreifen:
Um seinen Anspruch auf das Land geltend zu machen, unterdrückt Israel die Palästinenser und baut immer mehr Häuser in ihre Gebiete. Dieser Siedlungsbau wird von der Uno völkerrechtlich nicht anerkannt und immer wieder kritisiert.
Palästinenser antworten auf den Siedlungsbau immer wieder mit Gewalt. Die Terrorgruppe Hamas verübt Anschläge und feuert Raketen auf Israel ab.
In der Vergangenheit organisierten die Palästinenser zwei große, gewalttätige Volksaufstände, Intifada genannt. Der Friedensprozess zwischen beiden Seiten bricht immer wieder ab.
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Wie geht es weiter?

Bereits seit Wochen protestieren Palästinenser regelmäßig gegen Israel. Immer freitags rufen sie "Tage des Zorns" aus, die Staatsgründung Israels vor 70 Jahren bezeichnen sie als "Nakba", als Tragödie. 

Bei diesen Protesten kam es immer wieder zu blutigen Zusammenstößen. Demonstranten haben das israelische Militär mit Steinen attackiert, Soldaten schoßen zum Teil mit scharfer Munition zurück. 

Israels Premier Benjamin Netanjahu sprach hingegen vor der Botschaftseröffnung von einem "bewegenden Tag für das Volk Israel und den Staat Israel". Russland hingegen warnte, die Verlegung der Botschaft könne zu neuen Spannungen im Nahostkonflikt führen. Und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, die USA hätten "das internationale Recht mit Füßen" getreten.

Für die Zukunft bedeutet das nicht nur neue Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern. Der Nahostkonflikt könnte sich – durch die Einflüsse von USA, Russland und die Türkei – so auch auf die ganze Region ausweiten.

Mit Material von dpa


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