Drei Fragen zur Aktion

Etwa 80.000 Menschen haben sich in Tel Aviv am Wochenende auf dem zentralen Rabin-Platz versammelt, um gegen ein neues Gesetz zu protestieren, das die Leihmutterschaft in Israel regelt. Das berichtete die Nachrichtenseite ynet am Montag. Auch in Jerusalem, Haifa und Be’er Scheva gingen Menschen auf die Straße. 

Was ist passiert?

Das neue Leihmutterschaftsgesetz wurde am vergangenen Mittwoch verabschiedet. Bisher konnten laut Gesetz in Israel nur verheiratete, heterosexuelle Paare mithilfe einer Leihmutter ihren Kinderwunsch erfüllen. Das neue Gesetz ermöglicht die Leihmutterschaft jetzt auch für ledige Frauen – aber nicht für ledige Männer. 

Warum ist das problematisch?

Weil schwule Männer sich durch das neue Gesetz des Rechtes beraubt sehen, in ihrem eigenen Land Väter zu werden. Viele reisen ins Ausland, um dort für sehr viel Geld mithilfe einer Leihmutter ein Baby zu bekommen – denn in ihrem eigenen Land wird ihnen dieses Recht verwehrt. Lesbische Frauen könnten nun durch die Einbeziehung lediger Frauen von dem Gesetz gebrauch machen. Das Gesetz schließt homosexuelle Paare per se allerdings nicht ein.

(Bild: dpa/Nir Alon)

Wer hat gegen das neue Leihmutterschaftsgesetz protestiert?

Die LGBTQ-Community. Nach eigener Aussage soll es sich um die größten Demonstrationen in der Geschichte der israelischen LGBT-Gemeinde gehandelt haben. Hunderte Teilnehmer der Kundgebung schwenkten Flaggen in den Regenbogenfarben und hielten Schilder in die Höhe. Mit Slogans wie "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" mahnten sie ihre Regierung. Die Proteste wurden außerdem von vielen Arbeitgebern unterstützt: Tausende Mitglieder der LGBTQ-Gemeinde streikten am Sonntag, dem ersten Tag der israelischen Arbeitswoche.

Israel ist eigentlich bekannt für seine starken Rechte für Homosexuelle. Beispielsweise dürfen Schwule dort Blutspenden – anders als etwa in Deutschland –, auf den Pride Parades tanzen jährlich Zehntausende durch Tel Aviv. Ob die Proteste eine Veränderung des Leihmutterschaftsgesetzes herbeiführen werden, wird sich zeigen. 

Mit Material von dpa


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