Der umgekehrte Weg für Flüchtlinge ist länger

Politiker sagen mit Blick auf die Flüchtlingsfrage gerne, man müsse "Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen". Eine der größten Fluchtursachen derzeit: Die brutale Herrschaft des "Islamischen Staates" (IS). Und nach Sicht von Waffenexperten wird sie derzeit eher unterstützt als bekämpft.

Im Irak und in Syrien beherrscht die Terrormiliz große Teile des Landes und unterdrückt die Bevölkerung. Experten des Investigationsteams Conflict Armament Research (CAR) haben nun Wege nachgezeichnet, wie schnell Waffen in die Hände der Miliz gelangen. In Europa gefertigte Gewehre würden "beinahe unmittelbar" an den IS weitergereicht, sagte CAR-Leiter James Bevan der "Huffington Post".

Eine Kalashnikov aus Osteuropa braucht zum Gebiet des IS nur zwei Monate. Der genaue Weg:
  1. Die Waffen werden vor allem in Südosteuropa gefertigt, unter anderem im EU-Mitgliedsstaat Bulgarien und in Serbien.
  2. Verkäufe gehen dann nach Saudi-Arabien, das auch von Deutschland beliefert wird.
  3. Nach CAR-Angaben schickt Saudi-Arabien die Waffen in die Türkei.
  4. Von dort werden Waffen unter anderem als Hilfsgüter getarnt über die Grenze nach Syrien geschmuggelt (Hier mehr dazu bei bento).
Wie können die Experten Waffenrouten nachvollziehen?

CAR arbeitet mit Spezialeinheiten zusammen und hat so Zugang zu Kriegsgebieten. Nach eigenen Angaben sind sie oft schon eine halbe Stunde nach Kampfhandlung an einem Kriegsschauplatz – wie der vor einigen Monaten befreiten irakischen Stadt Falludscha oder das im vergangenen Jahr aus IS-Hand zurückeroberte Kobane in Nordsyrien.

Wie wir mit der IS-Miliz umgehen

Wir verwenden bei bento die Bezeichnung "Islamischer Staat", weil es der gängigste Begriff für die Miliz ist. Mit den Anführungszeichen distanzieren wir uns zugleich vom selbst definierten Anspruch der Miliz, islamisch oder ein funktionierender Staat zu sein. Als Kürzel nutzen wir IS, in englischsprachigen Medien findest du oft auch ISIS oder ISIL.

Dort dokumentieren sie die Waffen, die von getöteten IS-Kämpfern benutzt wurden. In den vergangenen zwei Jahren haben sie rund eine halbe Millionen Waffen, Munition und Sprengkörper aufgelistet. Auch wenn bei den Waffen Seriennummern entfernt wurden – Experten können den Herstellungsort dennoch ziemlich genau bestimmen.

Bei vielen gefundenen Modellen handele es sich um alte sowjetische Fabrikate. Diese würden von Saudi-Arabien sowieso nicht verwendet, sagt CAR-Leiter Bevan. Wenn osteuropäische Länder sie dennoch verkaufen, "dann wissen sie das oft und es ist ihnen egal".

Wie kommt der IS generell an Waffen?

In der Vergangenheit hatte sich die Miliz vor allem mit Altbeständen der irakischen und syrischen Armee ausgerüstet. Je mehr Gebiete die Dschihadisten überfallen hatten, desto mehr Militärstützpunkte konnten sie auch einnehmen. Unter den Waffen sind auch US-Gewehre, die dem irakischen Militär überlassen wurden.

Mittlerweile besitze die Miliz aber auch neue Modelle – ebenjene, die aus Osteuropa in den Nahen Osten gelangen. Laut CAR seien viele der Waffen zwar für gemäßigte Gruppen oder Rebellen gedacht, aber würden dann trotzdem bei den Dschihadisten landen.

Anyone supplying Syrian opposition groups has absolutely no control over the ultimate destination of those weapons. ​
CAR-Leiter James Bevan

Menschen, die dem Terror des IS entfliehen wollen, brauchen oft mehrere Monate, um nach Europa zu gelangen. Sie müssen Tausende Euro bezahlen, um von Schmugglern in lebensgefährlichen Manövern über das Mittelmeer gebracht werden. Zu Fuß sind sie Wochen unterwegs, um von Griechenland durch den Balkan nach Mitteleuropa zu kommen.

Mittlerweile ist dieser Weg, die sogenannte Balkanroute, dicht. Die Grenzen haben jene Länder geschlossen, die gleichzeitig an Waffenverkäufen nach Saudi-Arabien verdienen.

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