Spätestens der Christchurch-Anschlag auf eine neuseeländische Moschee erinnert uns wieder daran: Rassismus ist in unserer Gesellschaft ein großes Problem. Häufig lassen sich Diskriminierung und fremdenfeindliche Äußerungen aber vor allem im Alltag beobachten – zum Beispiel in der Fankurve oder bei der Polizeikontrolle.

Das musste die 24-Jährige Shaymaa Ismaa’eel am vergangenen Wochenende erfahren. Auf dem Weg zu einem muslimischen Kongress in Washington D.C. wurde sie von islamfreindlichen Demonstranten angefeindet

Anstatt den Hass zu ignorieren, antwortete die Muslima mit einem Foto – und einem breiten Grinsen. Das Foto lud sie bei Instagram und Twitter hoch – mehr als 650.000 Menschen haben ihr Bild mittlerweile geliked. 

Was war passiert?

Eigentlich geht es bei dem Kongress darum, tausende Muslime zu versammeln um gemeinsam an Workshops teilzunehmen zu muslimischen Themen zusammenzukommen, eine friedliche Veranstaltung also. Als Shaymaa zum zweiten Tag am Kongressgebäude in Washington D.C. eintraf, standen dort aber bereits einige Demonstrierende. Mit dabei hatten sie einige Schilder mit Aufschriften wie "Islam ist die Religion von Mord und Totschlag".

Die Studentin ignorierte den rassistischen Protest zunächst, doch als die Männer auch noch am dritten Kongresstag ihren Hass verbreiteten, kam ihr eine Idee. Sie ging zu einem der anwesenden Polizisten und fragte, ob es in Ordnung wäre, ein Foto zu machen. Und obwohl der Polizist verneinte, kniete sie sich vor die Gruppe, lächelte und ließ sich von ihrer Freundin fotografieren. "Ich habe mich wie die größte Rebellin gefühlt," sagt sie im Nachhinein.

„Ich wollte ihren Hass wirklich mit Freundlichkeit bekämpfen. Ich wollte, dass sie mein Gesicht sehen, einfach vorbeigehen war nicht genug.“
Shaymaa Ismaa'eel

Menschen auf der ganzen Welt kommentieren seitdem auf ihrem Instagram-Account auf ihre Form des Protests: "Das ist mein Lieblingsfoto im ganzen Internet", kommentiert eine Nutzerin Shaymaas Foto. "Auch der kleinste Akt der Freundlichkeit kann einen großen Effekt auf die Menschheit haben", schreibt Shaymaa dazu.

Und obwohl ein Instagram-Foto nicht dafür sorgen wird, dass Rassismus und Diskriminierung verschwinden, zeigt uns Shaymaas Erlebnis: Hass lässt sich eben nicht mit Hass bekämpfen. Und eine kleine Geste kann manchmal dazu führen, dass sehr viele Menschen zumindest für einen kleinen Moment ein bisschen glücklicher werden. 


Fühlen

Lieber Master als Meister: Wie meine Uni-Freunde beim Dating werten
Und warum sie sich damit selbst im Weg stehen.

Nach der Vorlesung schlendern wir über den Campus. Ich erzähle einer Freundin von meinem neuen Fitnesstrainer Marcel. Okay, ich schwärme ein bisschen. Ganz ernst meinen wir es nicht, wir schmunzeln. Ich scherze weiter, Marcel, den könne man doch mal daten. "Aber der hat ja nicht studiert", sagt sie. 

Sowas höre ich nicht zum ersten Mal: Sprüche wie "Ich möchte keine Freundin, die keinen Masterabschluss hat" oder "Ich matche bei Tinder nur Leute von der Uni", sind im Laufe meines Studiums ein paar Mal gefallen. Freunde und Freundinnen haben es einfach dahingesagt. Es war nie böse gemeint. Schnell wurde das Thema gewechselt.

Heute studiert etwa die Hälfte eines Abiturjahrgangs und nicht alle kommen aus einem Akademikerhaushalt (ZEIT Campus). Aber die Sprüche meiner Freunde zeigen: Auch obwohl ein Studium für die meisten kein exklusives Privileg mehr ist, sind bestimmte Denkweisen noch immer fest verankert.

Es scheint meinen Uni-Freunden beim Dating wichtig zu sein, ob jemand einen akademischen Abschluss hat.

Auf der einen Seite sehen sie die Menschen, die eine Ausbildung machen, auf der anderen Seite die im Studium. Auszubildende hier, Studierende dort. Meistertitel gegen Hochschulabschluss. Sie unterscheiden und sie werten. Bei dieser Rechnung verlieren die, die nicht studiert haben. Warum?