Bild: Michael Steele

In Irland könnte der Gebrauch von kleinen Mengen an Heroin, Cannabis und Kokain bald legal sein. Das kündigte der zuständige Staatssekretär Aodhán Ó Ríordáin bei einer Vorlesung in der London School of Economics an.

Ab nächstem Jahr sollen Abhängige demnach in speziellen Räumen Drogen nehmen dürfen. Der Verkauf der Drogen hingegen soll strafbar bleiben.

Im Mai hatten sich die Iren in einem Volksentscheid klar für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen. Liberalere Drogengesetze und Ehe für alle – das klingt progressiv Trotzdem hat Irland bei vielen anderen Gesetzen noch Nachholbedarf. Eine ganze Liste von Regelungen mutet veraltet an, besonders im Vergleich zu den fortschrittlichen Gesetzen der letzten Monate.

Hier ist unsere Top 5:
  1. Blasphemieverbot. Gotteslästerern drohen bis zu 25.000 Euro Strafe. So steht es in der “Constitution of Ireland”: “The publication or utterance of blasphemous, seditious, or indecent matter is an offence which shall be punishable in accordance with law.”
  2. Abtreibungsverbot. Die Tötung von Föten ist nur dann erlaubt, wenn das Leben der Mutter bedroht ist. Für Abtreibungen aus anderen Gründen müssen Irinnen das Land wechseln. Im Februar 2015 wurde ein Antrag abgelehnt, die Abtreibung von Kindern mit Gendefekten zu legalisieren.
  3. Prügelstrafe. In Irland ist es legal, seine Kinder zu erzieherischen Zwecken zu schlagen. 45 Prozent der Dreijährigen in Irland haben laut der Studie “Growing up in Ireland” schon mindestens eine Ohrfeige von ihren Erziehungsberechtigten verpasst bekommen.
  4. Elektroschocktherapie. Eine Behandlungsmethode, bei der Patienten Strom durch den Körper gejagt wird, und die Ärzte auch gegen den Patientenwillen verschreiben dürfen. Selbst wenn ein Patient “unable or unwilling” ist, seine Zustimmung für die Therapie zu geben, können Ärzte Elektroschocktherapie anwenden – solange zwei Psychiater unabhängig voneinander ihre Zustimmung für die Behandlung gegeben. Eine Änderung des Gesetzes ist allerdings geplant. Demnach soll das Wort "unwilling" gestrichen werden.
  5. Diskriminierung am Arbeitsplatz. Paragraph 37 des “Employment Equality Act” erlaubt es Arbeitgebern wie zum Beispiel kirchlichen Institutionen, Angestellte zu entlassen, weil sie homosexuell, geschieden oder unverheiratet sind.