Bild: imago/Nuccio Dinuzzo
"Schwerwiegender Fehler"

US-Präsident Donald Trump hält sich nicht länger an den Atomdeal mit Iran. Er "brachte keinen Frieden und er wird es nie", verkündete Trump am Dienstag in Washington. (White House)

Der Ausstieg aus dem Atomabkommen könnte den Nahen Osten destabilisieren und andere gefährliche Folgen haben. 

Das sind die Reaktionen auf Trumps Entscheidung:

1

Barack Obama

Der ehemalige US-Präsident hat sich in einem Facebook-Post zu Wort gemeldet. Darin erklärt er, warum er den Ausstieg aus dem Atomdeal für einen schwerwiegenden Fehler hält.

Wir kennen alle die Gefahren, wenn Iran Nuklearwaffen besitzen sollte. Es könnte ein schon gefährliches Regime bestärken. Es könnte für unsere Freunde Zerstörung drohen. Es könnte nicht akzeptable Folgen für die amerikanische Sicherheit haben – und ein Wettrüsten in dem gefährlichsten Teil der Welt provozieren.
Barack Obama

Hier kannst du den kompletten Facebook-Post durchlesen:

There are few issues more important to the security of the United States than the potential spread of nuclear weapons,...

Gepostet von Barack Obama am Dienstag, 8. Mai 2018

2

Teheran

Der iranische Präsident Hassan Rohani zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der USA. Im Staatsfernsehen erklärte er, die USA hätten nie ihre Verpflichtungen erfüllt. Er sagte, Iran wolle an seiner Vereinbarung mit den anderen fünf Vertragspartnern festhalten.

Wir lassen nicht zu, dass Trump diesen psychologischen Krieg gewinnt.
Hassan Rohani, Irans Präsident

Gleichzeitig drohte er damit, dass Iran schon in den nächsten Wochen mehr Uran anreichern könnte als zuvor. Die iranische Atomenergieorganisation bereite sich darauf vor, um womöglich "die unbegrenzte industrielle Anreicherung" wieder voranzutreiben, so der Präsident im Staatsfernsehen. (Zeit Online)

3

Israel

Von Premierminister Benjamin Netanyahu kam erwartungsgemäß Lob für Trumps Entscheidung. Er ist der Meinung, dass der Iran – wenn sich an dem Atomabkommen nichts geändert hätte – innerhalb weniger Jahre so viel Uran angereichert hätte, dass es reichen würde, um ein ganzes Arsenal von Atombomben herzustellen. (SPIEGEL ONLINE)

4

Emmanuel Macron

Der französische Präsident sprach im Namen von Frankreich, Deutschland und Großbritannien sein Bedauern über die Entscheidung der USA aus. Er kündigte an, weiterhin an einem weitreichendem Atomabkommen mit dem Iran festhalten zu wollen. (SPIEGEL ONLINE)

Wir werden gemeinsam an einem breiteren Rahmenwerk arbeiten, das die atomaren Aktivitäten, die Zeit nach 2025, ballistische Aktivitäten und die Stabilität im Nahen Osten umfasst.​
Emmanuel Macron

5

Der US-Botschafter in Deutschland

Richard Grenell, der erst seit vergangenem Dienstag seit Amt als US-Botschafter in Berlin angetreten hat, forderte in einem Tweet deutsche Firmen dazu auf, ihre Arbeit im Iran sofort zurückzufahren.

Die USA wollen vor allem die durch das Atomabkommen ausgesetzte wirtschaftlichen Sanktionen wieder aufnehmen. Trump erklärte, dass jedes Land, das Iran in irgendeiner Form dabei unterstütze, an Atomwaffen zu kommen, ebenfalls mit Sanktionen zu rechnen habe. (Tagesschau.de)

6

Und so reagieren die Menschen auf Twitter
1/12

Gerechtigkeit

Trump kündigt den Atomdeal mit Iran
Was das bedeutet – und wie es jetzt weitergeht.

US-Präsident Donald Trump hat das wichtige Atomabkommen mit dem Iran gekündigt. Der Atomdeal "brachte keinen Frieden und er wird es nie". Das verkündete Trump am Dienstag in Washington. (White House)

Das Atomabkommen regelt, dass der Iran sein Atomprogramm international überwachen lässt – und dafür Handelsbeziehungen mit dem Westen aufbauen darf. Der Deal war international umstritten, galt aber dennoch als großer diplomatischer Erfolg. 

Unter Ex-Präsident Barack Obama hatten die USA ihre Wirtschaftssanktionen gegen den Iran als Teil des Deals immer wieder ausgesetzt. Trump hat damit nun Schluss gemacht.