Bild: Boris Streubel / Freier Fotograf / Getty Images

Als Konsequenz auf die mutmaßliche Vergewaltigung einer Frau in Freiburg durch mehrere Männer, größtenteils Syrer, fordert nun die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, dass Asylbewerber frühzeitig über Sexualität und Gleichberechtigung in Deutschland informiert werden müssen. 

Was genau hat die Integrationsbeauftragte gesagt?

Die Asylbewerber sollen Kurse über das Leben in Deutschland erhalten, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Alle Asylsuchenden müssen unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland, noch in der Erstaufnahmeeinrichtung, Wegweiserkurse über das Zusammenleben in Deutschland erhalten – und dazu gehört auch, dass es für sexuellen Missbrauch und andere Gewalttaten null Toleranz gibt.

Laut Widmann-Mauz könnten schon länger hier lebende Männer mit neu zugewanderten Männern – in ihrer Muttersprache – darüber reden, wie Sexualität und Gleichberechtigung in Deutschland funktionieren. 

Deshalb unterstütze sie Projekte für Gewaltprävention, die gezielt männliche Mentoren ausbilden. (Leipziger Volkszeitung)

Sind Asylbewerber tatsächlich häufiger Täter bei Sexualstraftaten?

Die meisten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) von 2017 erfassten mutmaßlichen Sexualstraftäter sind Deutsche. Insgesamt ist dort von 39.829 mutmaßlichen Sexualstraftätern die Rede – unter ihnen 11.439 Nicht-Deutsche. Das entspricht einem Anteil von 28,7 Prozent.

Experten blicken differenziert auf die Lage. Zwar weisen Statistiken des Bundeskriminalamtes (BKA) eine Zunahme der von Zuwanderern begangenen Sexualstraftaten aus: 2017 wurden demnach 5258 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde – das waren 1854 mehr als im Jahr 2016. "Aber man muss berücksichtigen, dass die Reform des Sexualstrafrechts statistisch zu höheren Fallzahlen geführt hat", gibt BKA-Sprecherin Sandra Clemens zu bedenken. Die Reform des Sexualstrafrechts wurde 2016 als Reaktion auf die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln durchgeführt.

Nicht-Deutsche seien bei Sexualdelikten im Vergleich zu ihrer Beteiligung an der sonstigen Kriminalität überproportional vertreten, hat im vergangenen Jahr Professor Jörg Kinzig, Direktor des Tübinger Instituts für Kriminologie, erklärt: "Das kann Sorgen machen." 

Aber woran liegt das? 

Sind Geflüchtete krimineller oder frauenfeindlicher? "Für die Beurteilung ist ein Faktum wichtig, das von der AfD gemieden wird wie die Pest", sagt der Kriminologe Professor Christian Pfeiffer gegenüber der dpa. "Die Anzeigequote bei Sexualdelikten ist deutlich höher, wenn es sich bei den Tätern um Fremde handelt." Ein Grund dafür seien unterschwellige Ängste und Bedrohungsgefühle. "Das ist ein internationales Phänomen, in jedem Land der Welt werden Fremde eher angezeigt als Einheimische." 

Experten verweisen auch darauf, dass unter Geflüchteten der Anteil junger Männer etwa drei Mal so hoch sei wie in der einheimischen Bevölkerung. Zudem – so Pfeiffer – herrsche in islamisch-konservativ geprägten Ländern "eine schlichte Macho-Kultur vor, die wir ungewollt importieren". Eine einzelne Lösung gibt es dafür nicht. Doch Experten sehen den ersten Schritt in der Bildung:

Sprachkurse müssen immer zugleich Kulturkurse sein. Es muss von vornherein klar gemacht werden, dass Frauen bei uns selbstbestimmt und gleichberechtigt sind.
Kriminologe Professor Christian Pfeiffer

Sind die Kurse also eine ganz gute Idee?

Schaut man auf die Kriminalstatistik, so liegt das Problem hinter sexuellen Übergriffen nicht allein bei Menschen mit Migrationshintergrund. Trotzdem sind solche Kurse vielleicht keine schlechte Idee – aber dann lieber für alle. Denn die Zahlen zeigen vor allem eins: Bildung und Sensibilisierung für das Thema ist bei viel mehr Menschen nötig als nur bei Geflüchteten.

Mit Material von dpa


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