Bild: dpa / Peter Kneffel
#ad reicht nicht

Wie müssen bezahlte Postings auf Instagram gekennzeichnet werden? Ein Urteil des Oberlandesgerichts Celle könnte zukünftig maßgebend sein: Im Prozess gegen die Drogeriekette Rossmann entschied es, dass der Hashtag #ad an zweiter Stelle unter einem Instagrampost nicht als Werbekennzeichnung ausreicht. (manager magazin)

Der Hintergrund: Ein 20-jähriger Influencer mit 1,3 Millionen Followern hatte für das Onlineangebot von Rossmann auf seinem Instagramaccount geworben. Nummer 2 von 6 Hashtags war #ad.

Das Gericht entschied: Das ist Schleichwerbung. Für den Nutzer ist nicht direkt ersichtlich, dass es sich um ein bezahltes Posting handelt. 

Sollte Rossmann erneut gegen die Auflage verstoßen, droht dem Unternehmen ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. (Meedia)

Geklagt hatte der Verband Sozialer Wettbewerb, der zuvor schon Influencer wegen nicht gekennzeichneter Werbeposts abgemahnt hatte.

#Werbung, #sponsoredpost, #Kooperation oder gar kein Hinweis auf werbliche Inhallte – jeder Social–Media–Influencer handhabt die Kennzeichnung anders. 

Das Urteil könnte darauf jetzt Auswirkungen haben: Bisher gibt es keine einheitliche gesetzliche Grundlage für Influencer, wenn es um das Benennen bezahlter Posts und Sponsorings geht.

Laut einer Umfrage in Deutschland wissen nur rund 63 Prozent der 14- bis 35-Jährigen, das bei einem "Sponsored Post" Geld geflossen ist. (Wie wir auf bento mit Sponsored Posts umgehen, erklären wir hier.

Rechtlich werden momentan das Telemediengesetz, der Rundfunkstaatsvertrag oder das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb herangezogen. (Gründerszene)

Diese Gesetze sind aber noch nicht auf soziale Medien zugeschnitten. 

Instagram reagierte bereits im Juni auf die Kritik der fehlenden Werbehinweise: Mit einer neuen Funktion sollen Influencer ganz einfach angeben können, in wessen Auftrag ein Beitrag entstanden ist. Angezeigt wird der Hinweis in der Testphase direkt unter dem Nutzernamen. (t3n)

Vielleicht richtet das Unternehmen die Funktion jetzt endlich schneller ein, bevor noch mehr Firmen und Influencer juristischen Ärger bekommen. Auf Facebook, zu dem Instagram gehört, gibt es diese Funktion bereits.

Neue Jobwelt Influencer: Mehr dazu findest du hier


Streaming

Das ist diese Woche neu auf Amazon Prime

Wenn du noch keine genauen Plan für dein Wochenende hast, kommt Amazon dir mit seinen Neustarts entgegen: Es gibt diese Woche von allem etwas. Action bringen die "Fast & Furious 8" und für ein horrormäßiges Weihnachten sorgt "Krampus". Dramatisch wird es bei "There Will be Blood" und Comedy vom Feinsten bietet dir "Vier gegen die Bank".