• "Gegendemos bringen nichts" 
  • "Sie werten die Nazis nur auf" 
  • "Ich bleibe zu Hause!"
Bitte was?

Diese Sätze stehen auf einem Flipchart, inmitten einer Gruppe Schüler. Das ganze ist ein Workshop gegen Linksextremismus, an dem Innenminister Thomas de Maizière teilnimmt. Und das Bild verbreitet sich gerade in den sozialen Medien:

Auf den Blick scheint es, als wurde unter de Maizières Aufsicht den Schülern beigebracht, nicht gegen Nazis zu demonstrieren. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Was ist passiert?

Am Montag besuchte de Maizière das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. In der Gedenkstätte läuft aktuell das Projekt "Linke Militanz in Geschichte und Gegenwart". Dementsprechend war das Thema des Minister-Besuchs die Prävention von Linksextremismus.

Mit dabei: Eine Gruppe Schüler aus Bad Hersfeld, die an einem Workshop teilnahmen. Das Innenministerium gab hinterher ein paar Pressebilder heraus, die die Gruppenarbeit mit dem Minister zeigen. 

Eigentlich nicht besonders spannend – doch im Netz verbreitete sich das Bild rasend schnell. Los ging es mit einem Tweet, der von sehr vielen Menschen geteilt wurde. 

Das Original wurde inzwischen von seinem Urheber gelöscht, allerdings postete dieser später einen Screenshot:

Warum wurde der Tweet so oft geteilt?

Auf der Nahaufnahme kann man deutlich erkennen, was auf das Plakat geschrieben wurde: Es sind Argumente, warum man nicht gegen Nazis demonstrieren, sondern stattdessen lieber zu Hause bleiben sollte.

Darüber regten sich viele Menschen auf. Der Tweet wurde etliche Male geteilt, unter anderem von Personen mit vielen Followern – Jan Böhmermann war zum Beispiel einer.

Aber ist die Aufregung gerechtfertigt? Hat der Innenminister den Schülern also wirklich beigebracht, bloß nichts gegen Nazis zu tun?

Nein.

Das Plakat war nur eines von mehreren und diente zur Vorbereitung auf eine Diskussionsrunde. Das Thema: 

Eine rechtsextreme Kundgebung findet statt – was unternimmst du? 

Dazu wurden drei Gruppen gebildet:

  • Gruppe 1 sollte die Rolle von gewaltbereiten Gegendemonstranten einnehmen.
  • Gruppe 2 wünscht sich eine friedliche Gegendemo.
  • Gruppe 3 bleibt lieber zu Hause.

Auf dem Bild aus dem Tweet sieht man groß die Nummer drei. Hier wurden also Argumente für diese Gruppe gesammelt. Ein späterer Tweet des Innenministeriums zeigt hingegen alle Flipcharts:

Sowie eine Erklärung:

Es ging also nie darum, Schüler von Anti-Nazi-Demos fernzuhalten.

Natürlich steht es trotzdem jedem frei, den Workshop und dessen Intention zu kritisieren. Aber so einseitig wie es im Ursprungstweet wirkte, war es dann eben doch nicht. 

Der Urheber, Moritz Hoffmann, fasst das in diesem Thread zusammen, in den sich auch die Gedenkstätte Hohenschönhausen einklinkte:

Das Thema Linksextremismus ist de Maizière übrigens nicht nur wichtig, wenn er Stasi-Gedenkstätten besucht. Erst vor wenigen Wochen ließ das Innenministerium die Plattform "linksunten.indymedia" sperren:


Haha

Neue Studie: Putzen ist für Männer viel zu gefährlich
Oh mein Gott, die armen Jungs könnten sterben!

Es soll ja noch Beziehungen geben, in denen sich die Partner den Haushalt nicht gleichberechtigt aufteilen. Da ist sie für Abwasch, Wäsche, Putzen und Bügeln zuständig. Er für ... äh ... kluge Kommentare und hin und wieder einen ein Ikea-Regal zusammenschrauben.

Nun haben Forscher der Uni Brüssel untersucht, wie sich Putzen auf die Gesundheit von Männern und Frauen auswirkt. 

Die Erkenntnis: Putzen kann für Männer lebensgefährlich sein. Und zwar deutlich mehr als für Frauen.