"Inklusion" – dieses Wort kennen viele vor allem im Zusammenhang mit Schule: Kinder mit und ohne Behinderung lernen hier zusammen. Inklusion ist irgendwie nicht Integration, sondern funktioniert anders. Auch das wissen viele. Aber wie genau sieht eine inklusive Gesellschaft eigentlich aus und was kann ich selbst dafür tun, dass sie gelingt?

Bei Inklusion geht es darum, alle Menschen als gleichwertig anzusehen und ihnen die gleichen Chancen und Möglichkeiten zu bieten. "Selbstverständlich!", denkst du jetzt vielleicht. Ist es aber leider noch nicht. Unsere Alltagswelt ist voller Barrieren und Ausgrenzung - Menschen mit Behinderung haben oft das Nachsehen. Wir haben ein paar Dinge für dich zusammengetragen, mit denen du helfen kannst, eine faire und inklusive Gesellschaft zu formen. 

Und was kann ich jetzt tun?

1.) Mind-Change: Denk mal anders

Vielleicht kennst du gar keine Menschen mit Behinderungen oder hast dich aus anderen Gründen noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt. Also, allerhöchste Eisenbahn. Wusstest du zum Beispiel, dass rund acht Millionen Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland leben? Das bedeutet, fast jeder zehnte Mensch hat eine Schwerbehinderung. So betrachtet wirkt es ziemlich bizarr, diese nicht einzubeziehen und teilhaben zu lassen.

Außerdem geht uns das Thema nicht nur alle an, weil gesellschaftliche Themen grundsätzlich jeden angehen. Sondern auch, weil du nicht weißt, ob du selbst oder deine Familienangehörigen einmal betroffen sein werden. Denn nur zwei bis vier Prozent aller Behinderungen sind angeboren, etwa ein Prozent entstehen durch einen Unfall und der mit Abstand größte Anteil wird durch eine Krankheit hervorgerufen, und zwar in mehr als 40 Prozent der Fälle noch im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65. Daher: Mach Inklusion zu deinem Thema.

2.) Behindere nicht zusätzlich

Ein abgesenkter Bordstein hat für einen Menschen ohne Behinderung kaum Bedeutung. Klar, wenn man mit dem Rad, mit dem Auto oder auch dem Kinderwagen unterwegs ist, sind sie schon praktisch. Aber wirklich angewiesen darauf sind die meisten nicht. Anders sieht es aus, wenn man zum Beispiel mit dem Rollstuhl oder einer Gehhilfe und zudem allein unterwegs ist. Daher ist es elementar für viele Menschen, dass diese Stellen nicht blockiert werden - zum Beispiel durch parkende Autos. Dich kostet es nur, ein weiteres Mal um den Block zu fahren, für deine Mitmenschen bedeutet es allerdings einen großen Einschnitt in ihre Freiheit. Und: Parke auch nicht nur mal ganz kurz auf dem Behindertenparkplatz, wenn er dir nicht zusteht. 

3.) Verständnis

Der Mensch vor dir an der Kasse braucht ewig, um seine Einkäufe in seinem Rollator zu verstauen? Zeig Verständnis für Menschen, die vielleicht einfach nicht schneller können. Nicht immer ist eine Behinderung offensichtlich. Auch ungefragtes Helfen ist eher unangebracht. Wenn du das Gefühl hast, dass jemand Hilfe gebrauchen könnte oder jemand sich sogar schon danach umsieht, frag nach, akzeptiere aber auch ein "Nein". Nur weil jemand etwas nicht schnell oder perfekt kann, nimmt es der Person nicht das Recht, es selbst zu erledigen.

Der erste Schritt zum Verstehen, ist Wissen aufzubauen. Das kannst du im Gespräch mit Menschen, die selbst betroffen sind, machen, du kannst aber auch im Internet viel darüber erfahren, indem du zum Beispiel dem Aktivisten Raul Krauthausen, YouTuberin Fabiana Kühl (Ypsilon), Performance-Künstlerin Kübra Sekin, Bloggerin Ninia LaGrande, Autorin Laura Gehlhaar, Comedian Tan Caglar oder jemand anderem in den sozialen Netzwerken folgst, der sich für Inklusion einsetzt. Und wenn du Lust hast, kannst du dein Wissen zu den täglichen Herausforderungen von Menschen mit Behinderung in diesem Quiz testen.

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4.) Setze dich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein

Klar, es gibt eine Menge Dinge, die du nicht direkt beeinflussen kannst. Aber bei genauerem Hinsehen kannst du doch viel bewegen. Dein Stammcafé ist eigentlich schon recht barrierearm, aber es fehlt der letzte Schritt? Vielleicht kannst du das Personal für eine mobile Rampe oder eine Karte in Blindenschrift begeistern. Oder es ist vielleicht schon barrierefrei, kommuniziert das aber nicht auf der Website - ein kleiner Hinweise von dir könnte das ändern. 

Außerdem kannst du dich gegen strukturelle Diskriminierung – das sind zum Beispiel Barrieren im öffentlichen Raum oder bei der Mobilität – stark machen, indem du Petitionen unterschreibst oder in den direkten Dialog mit Verantwortlichen gehst, denn hier ist noch einiges an Arbeit zu tun. Die 29-jährige Performance-Künstlerin Kübra Sekin, die selbst im Rollstuhl sitzt, wünscht sich hier vor allem auch Solidarität von Menschen ohne Behinderung: „Gegen die Vorurteile zu arbeiten, ist dank der Sozialen Medien wie YouTube einfacher geworden, aber um strukturelle Diskriminierungen anzugehen, brauchen wir jede einzelne Stimme."

5.) Mach neue Erfahrungen, die auch dein Leben bereichern

Inklusion selbst mitzugestalten, macht Spaß und bereichert auch dein Leben. Komm in Kontakt mit Menschen, die dir neue Impulse geben und erweitere so deinen Horizont. Du lernst ganz neue Perspektiven kennen, die deine Sicht auf das Leben verändern können. Weniger Barrieren und mehr Toleranz nützen allen und machen das Zusammenleben in der Gesellschaft besser. 

 

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Die Aktion Mensch möchte Menschen dazu bewegen, sich für Toleranz und Inklusion zu engagieren. Jeder kann ein Zeichen setzen, indem er auf der Website der Aktion Mensch ein Foto von sich und ein Statement zum Thema Inklusion hochlädt. Das besondere Herzstück der Aktion: ein T-Shirt mit der Aufschrift #Inkluencer oder #Inkluencerin, das die Teilnehmer*innen der Foto-Aktion gewinnen können. 

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