Wir sollen mehr Kinder kriegen? Da gäbe es ein paar Bedingungen

Schmelzende Pole, sterbende Eisbären, Hochwasser, Dürren – das ist ein Worst-Case-Szenario für den Klimawandel. Wer will in so einer Welt leben? Oder anderen zumuten, darin aufzuwachsen?

Klingt nach Dystopie, ist aber gar nicht so weit weg. Dass Deutschland sich schon in 100 Jahren ganz anders anfühlen wird, haben Forscher bereits festgestellt. (SPON)  In 100 Jahren leben wir nicht mehr – unsere Kinder aber vielleicht schon.

Könnte es sein, dass junge Menschen sich jetzt schon gegen Kinder entscheiden – weil der Klimawandel kommende Generationen bedroht?

Ja, sagte US-Politikerin Alexandra Ocasio-Cortez auf Instagram-Live – und machte damit Schlagzeilen.

Es gibt einen wissenschaftlichen Konsens, dass die Leben unserer Kinder sehr schwer sein werden. Das bringt junge Menschen zu der legitimen Frage: Ist es noch okay, Kinder zu bekommen?
Alexandra Ocasio-Cortez


Eine weltweite Studie befragte 2017 Millenials zu ihren größten Sorgen und Ängsten. Auf Platz eins, mit fast 50 Prozent Zustimmung: Klimawandel und Zerstörung der Natur

Klimawandel schafft Unsicherheit

In Deutschland steigt die Geburtenrate seit ein paar Jahren, ist aber noch sehr niedrig. Und auch hier zögern junge Menschen und bekommen später Kinder.  Gründe gibt es natürlich viele: berufliche Unsicherheit, weniger stabile Beziehungen oder einfach weniger traditionelle Familienmodelle. 

Aber viele, die sich heute Kinder wünschen, fragen sich auch: Werden unsere Kinder noch Stadtparks zum Spielen haben? Wie werden sie mit den fünf bis zehn schweren Hitzewellen jährlich klarkommen? Werden sie in Verteilungskriegen kämpfen müssen? Oder werden sie genug zu essen haben? 

Klimapolitik ist deshalb Familienpolitik.

Wer eine Familie plant, will Sicherheit. Der Klimawandel ist aber vor allem: bedrohlich. Denn es geht um viel: 

  • Nahrungsmittel: Nach der Hitzewelle im vergangenen Sommer stiegen die Preise für Kartoffeln, Chips und Pommes. Das zeigt: der Klimawandel kann auch zu Nahrungsmittelknappheit führen. Die norwegische Autorin Maja Lunde hat sich das im Roman "Die Geschichte der Bienen" mal ausgemalt:  Nicht mehr lange, dann sind die Bienen ausgestorben. Es gibt weniger Pflanzen für Tierfutter, weniger Fleisch, weniger Milch und schon droht uns im Jahr 2089 eine Nahrungsmittelkrise.
  • Frieden: Länder, die vom Klimawandel stark betroffen sind, wehren sich zurecht lautstark dagegen, mit den Problemen allein gelassen zu werden. Die UN rechnet außerdem damit, dass sich noch viel mehr Menschen auf die Flucht vor den Folgen von Klimawandel machen werden (International Organisation for Migration)
  • Natur: Laut einer WWF-Studie bedroht der Klimawandel unter anderem die Hälfte aller Tierarten. Wenn auch unsere Kinder noch im Teich im Stadtpark Kaulquappen beobachten wollen, müssen wir dringend etwas tun, sagen die Forscher.
  • Ökonomische Sicherheit: Ob Energie- und Wasserversorgung, Lebensmittel- und Landwirtschaft, Tourismus oder Verkehr (PWC) – riesige Branchen werden von den Herausforderungen durch den Klimawandel betroffen sein. Umso wichtiger wird es, sie darauf vorzubereiten – und ihre Technologien klimafreundlich weiter zu entwickeln.

Das erfordert einen Plan.

Strategien von Menschen, die sich auskennen. Eine Allianz aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, die sich der Herausforderung stellt. 

Was wir stattdessen sehen: Eine Weltmacht wie die USA, die sich aus Klimaabkommen verabschiedet, Großkonzerne, die im großen Stil Abgaswerte fälschen und dafür von der Politik in Schutz genommen werden und eine Wissenschaft, deren Ergebnisse ignoriert werden. Das macht wenig Hoffnung. 

Dabei könnte das anders sein: Die deutsche Wirtschaft könnte als Vorreiter in klimafreundlicher Technologie wahrscheinlich viel Geld verdienen (SPON), die Politik könnte nicht nur Rahmenbedinungen setzen, sondern auch für deren Einhaltung sorgen. 


Je konsequenter wir entscheiden, welche Industriezweige ökologischer werden müssen, desto schneller können wir uns um Alternativen kümmern (SPON). Durch Digitalisierung und grüne Wirtschaft könnten dann ganz neue Berufsbilder entstehen.

Denn Millenials sind ohnehin eine von Erwerbsarmut geprägte Generation – und finanzielle Stabilität deshalb das wichtigste Kriterium für Familienplanung (FED).

Klimapolitik schafft Sicherheit

Kinder zu bekommen wird immer mit einer großen Unsicherheit verbunden sein. Aber wenn es so aussieht, als gäbe es auch in 100 Jahren noch rote Äpfel, grüne Wälder und erträgliche Jahreszeiten, fällt die Entscheidung vielleicht doch leichter. 


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"Das Imperium macht Trennkost": Twitter findet die besten Filme zum Fasten
Zum Verhungern gut

Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen, mit der im Christentum das Osterfest erwartet wird. Bis zum Mittelalter wurde während der Fastenzeit auf Fleisch, Sex und auf ganze Mahlzeiten verzichtet. Heute üben sich Menschen aber eher freiwillig 40 Tage lang in Verzicht.

Der erste Tag scheint zugleich der schwerste zu sein – deswegen haben sich Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter die Zeit mit dem Hashtag #fastenfilme vertrieben. Das Konzept: Einen berühmten Filmtitel in einen fastenzeittauglichen verwandeln.

Das sind die besten #fastenfilme-Tweets: 

Der neue Film mit Meryl Eat und Anne Milky Way: