Ein 18-Jähriger sammelt Ausschnitte – und findet: Vieles ist nur auf den ersten Blick lustig.

Die Dialoge sind so einfach wie plump. "Hihi, ich mag es, wenn du mir auf den Po haust" oder "Du bist in Reality noch viel hübscher als im Internet!" – so unterhalten sich die Menschen, die in der Foto-Lovestory der "Bravo" auftreten.

Wir erinnern uns: Die Lovestory füllt die paar Seiten in der Jugendzeitschrift, auf denen es zwischen "Dr. Sommer" und den Beauty-Tipps um "Gefühlschaos, Liebeskummer und Kribbeln im Bauch" geht, so schreibt "Bravo" selbst.

Wie diese Lovestorys rüberkommen können, das zeigt ein 18 Jahre alter Twitternutzer aus Österreich bereits seit einigen Monaten auf seinem Account.

Hier sammelt er, der anonym bleiben möchte und sich als Johnny Bravo ausgibt, Ausschnitte der Fotogeschichten. Einige davon sind Fakes, viele aber auch echt. Die Fotos sind immer aus dem Zusammenhang gerissen und bleiben unkommentiert.

Die meisten Ausschnitte bekomme er von seinen Followern per Direktnachricht zugeschickt, sagt Johnny, viele sammele er aber auch selbst, er finde sie im Online-Archiv der Foto-Lovestorys des Magazins.

Ein Einblick in Johnnys Sammlung – die Fotostrecke:
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"Die Geschichten zwingen Frauen in längst überholte Geschlechterklischees", sagt Johnny zu bento. "Die 'Bravo' versteht sich selbst als aufklärerisch und progressiv, aber das ist sie nicht."

So suggeriert ein Ausschnitt, dass es Frauen gefällt, einen Schlag auf den Hintern zu bekommen. In der Szene freut sich eine Frau darüber, neben ihrem Gesicht tanzen die Worte: "Klaps!"

Die Geschichten sind so anspruchsvoll wie Schlafen
Johnny Bravo

In einem anderen Ausschnitt bezeichnet ein Vater den neuen Freund seiner Tochter, der offensichtlich ausländischer Herkunft ist, als "Döner-Jungen". Ein Folgefoto gibt es nicht, die Aussagen bleiben ohne Kontext.

"Ich will darauf aufmerksam machen, wie flach diese Geschichten sind", sagt Johnny. Die "Bravo" selbst wollte sich dazu nicht äußern.

"Die Geschichten sind ungefähr so anspruchsvoll wie Schlafen", sagt Johnny. Gleichzeitig nehme er viele von ihnen auch mit Humor – zum Beispiel, wenn jemand darin "No way, du Honk!" sagt, oder "Yo Babe, kein Problääm". "Ich bin ein riesen Fan der atemberaubenden Geschichten", schreibt Johnny ironisch auf Twitter.

Unweigerlich fragt man sich als Betrachter bei vielen der Schnipsel: Haben wir früher nicht bemerkt, wie lächerlich das klingt? Oder waren es genau diese Ausschnitte, die die Storys so unterhaltsam gemacht haben?

"Es ist immer dasselbe", sagt Johnny über die Fotos. "Frauen werden als dumm dargestellt, Homosexuellen wird unterstellt, dass sie über nichts anderes sprechen, als über ihre Sexualität. Das ist nicht so, wie es in Wirklichkeit ist."


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