Forscher entdecken Gen

Im Sommer 2014 war deine Facebook-Timeline voll davon: Freunde haben sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf geschüttet. Womöglich auch du selbst. Das sah witzig aus und diente vor allem dem guten Zweck. Denn wer sich nass machte, sollte damit auf die seltene Nervenkrankheit Amyotrophische Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und für eine Hilfsorganisation spenden. Nach vollbrachter Leistung wurde dann der nächste Kumpel nominiert.

Mit dem Wasser-Schock sollten gesunde Menschen für ein paar Sekunden spüren, wie sich eine Lähmung anfühlt, die durch ALS verursacht wird.

Was ist ALS?

Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine der schwersten Erkrankungen des Menschen, die eine fortschreitende Lähmung des Körpers verursacht. Sie führt zu Schluck- und Sprechstörungen sowie einer Beeinträchtigung der Atemfunktion. Innerhalb von ein bis zwei Jahren kann sich die Krankheit im Körper so ausbreiten, dass Patienten nicht mehr zur eigenen Körperpflege und Nahrungsaufnahme in der Lage sind. Etwa 8.000 Patienten sind in Deutschland betroffen, etwa 2.000 Personen sterben pro Jahr daran. (als-hilfe.org)

Was brachte die Aktion?

Laut US-Magazin "The New Yorker" kamen durch die Aktion mehr als 220 Millionen Dollar an Spendengeldern bei der ALS Association zusammen. Nach eigenen Angaben hätten sich die Spenden 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent erhöht. "Es gibt jetzt Forschung, die wirklich etwas bewirkt, nicht nur, was die Ursprünge der Erkrankung angeht, sondern auch die Behandlung und Therapie", sagt die Geschäftsführerin der ALS Association, Barbara Newhouse.

In der Slideshow: Die schönsten Momente der Stars bei der Ice Bucket Challenge
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Neues Gen entdeckt

Rund drei Viertel ihrer Ausgaben steckt die ALS Association in Forschung (SPIEGEL ONLINE). Jedes einzelne Projekt führt sie auf der Webseite genau auf. Jetzt verkündete die Organisation einen Erfolg, der auch den Spendengeldern der Ice Bucket Challenge zu verdanken sei.

Laut Fachmagazin "Nature Genetics" hat eine Forschungsgruppe aus elf verschiedenen Ländern der Universität Massachusetts ein Gen entdeckt, das mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen soll. Sie fanden das Gen NEK1 in DNA-Strängen von niederländischen ALS-Patienten.

Nun erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse darüber, wie die Krankheit ausbrechen und bekämpft werden kann.

Eine Million Dollar aus Spenden der Ice Bucket Challenge bekam die Forschungsgruppe von der ALS Association für das Projekt. "Die Spenden aus der IBC waren für die Machbarkeit und den Erfolg dieser komplexen und kostenintensiven Studie von entscheidender Bedeutung", sagt Thomas Meyer, Leiter der Berliner ALS-Ambulanz. Nun müsse das NEK1-Protein genauer analysiert werden. "Mit der genetischen Analyse ist klar, welches Eiweiß problematisch ist. Jetzt muss analysiert werden, auf welche Weise das NEK1-Eiweiß zum Zelltod führt."

Im vergangenen Jahr hatten bereits Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine einen kleinen Erfolg verkündet. Sie untersuchten das Protein TDP-43, das ebenfalls im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen soll (SPIEGEL ONLINE).

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