Migrationshintergrund von Vorteil.

Am Mittwoch hat das Innenministerium ein Bild aller Staatssekretäre – also aller leitenden Mitarbeiter – veröffentlicht. 

So sieht es aus: 

Menschen, die unter "political Correctness" leiden, haarige Krawall-Feministinnen und sonst jeder mit Augen, der jetzt ganz genau hinschaut, finden den Fehler: 

Auf dem Bild ist keine Frau, auf der Liste niemand mit Migrationshintergrund. 

"Ich bin froh, dass es so schnell gelingen konnte, Top-Leute für die großen Herausforderungen, die vor uns liegen, zu gewinnen", findet Seehofer. 

Genau dieses Innenministerium ist übrigens auch dafür verantwortlich, ein Ziel aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen: Leitende Positionen des öffentlichen Dienstes sollen bis 2025 ausgewogen mit Männern und Frauen besetzt werden. 

Läuft. 

Bis 2025 ist schließlich auch noch jede Menge Zeit, finden Seehofers Top-Jungs. 

Aber die Überkorrekten und die haarigen Krawall-Feministinnen haben natürlich gleich einen fiesen Shitstorm losgetreten, mit dem absolut kein Mann rechnen konnte.

Das Heimatministerium sucht deshalb nach bento-Informationen dringend eine Frau, die das Image des Ministeriums retten kann.

Die Stellenausschreibung liegt bento exklusiv vor. Offenbar war sie von einer überqualifizierten Praktikantin ausgearbeitet worden, wurde dann aber in der untersten Schublade vergessen.

bento ist ein Foto der ausgedruckten Stellenanzeige zugespielt worden.

Offenbar hat Seehofer höchstpersönlich noch Anmerkungen zur Ausschreibung hinzugefügt, er hat sie mit dem Kürzel HS markiert. 

Hier das Original:
(Bild: bento)

Das BMI sucht am Dienstort Berlin zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine Staatssekretärin/Image-Retterin

für einen befristet zu besetzenden Arbeitsplatz in der neu geschaffenen Projektgruppe Sonderaufgaben – Diversität.

Ihr Anforderungsprofil

Sie verfügen über:

  • das weibliche Geschlecht. Das ist uns ganz wichtig. Kürzlich mussten wir feststellen, dass im BMI nicht ausreichend weibliche Führungskräfte arbeiten. Diese Stelle soll das Missverhältnis ausdrücklich ausgleichen. [HS: Am besten lange Haare]
  • Bereitschaft zu verstärkter Medienpräsenz. Durch die neugeschaffene Stelle werden künftig acht männliche Staatssekretäre und ein weiblicher Staatssekretär die Abteilungen leiten. Das BMI fördert aber den Anschein von Vielfalt innerhalb des Ministeriums. Bisher haben wir das vor allem durch unterschiedliche Anzugsfarben (grau, schwarz, blau) zum Ausdruck bringen wollen. Künftig soll verstärkt das Geschlechterverhältnis in die Anstrengungen einbezogen werden. [HS: Sie soll den Kopf wirklich vor jede Kamera halten, unbedingt abklären im Bewerbungsgespräch]
  • einen multinationalen Hintergrund. Kürzlich mussten wir feststellen, dass in den Führungspositionen nur Staatssekretäre mit deutsch-deutschen Nachnamen arbeiten. Um dieses Missverhältnis auszugleichen, werden Bewerbungen von Frauen mit Migrationshintergrund besonders begrüßt. [HS: Vielleicht wäre auch eine Lesbe ganz gut? Den Bereich haben wir nicht abgedeckt]

Wir bieten

  • eine höchst anspruchsvolle Aufgabe bei der Kommunikation unserer Gleichstellungsbemühungen,
  • ein Team mit langjähriger Erfahrung und großem Geltungsbedürfnis;
  • einen Reinigungsservice für weiße Hemden und Anzüge im Haus;
  • qualifizierende Fortbildung als Grundlage für „lebenslanges Lernen“, neu im Programm beispielsweise ein Workshop "Stimmtraining für Frauen – wie verschaffe ich mir Gehör?" [HS: Kann man nicht auch noch einen Gestikkurs anbieten? Der weibliche Staatssekretär muss sich ja vor die Kameras]
  • vielfältige Freizeitaktivitäten: Fußballmannschaft, Skat-Club, Pokerrunde [HS: Prioritär behandeln! Brauche einen Kandidaten bis zum Wochenende!!!]
  • Eine Verbeamtung ist bei Vorliegen der laufbahnrechtlichen Voraussetzungen möglich. [HS: Das ist bisher den männlichen Staatssekretären vorbehalten, machen wir sowas?]

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